Seite 6 / 7

Fortsetzung Stellungnahme der Kommission Kinder- und Jugendsport der DGSP zur Förderung eines aktiven Schulweges

Smith et al. (23) analysierten 2015 insgesamt 12 Untersuchungen aus den USA, Australien und Neuseeland über das Walking-School-Bus Konzept in Bezug auf dessen Effekte. Dabei zeigte sich in den meisten Studien – allerdings nicht in allen – eine signifikante Zunahme der Anzahl von Fußgängern zur Schule. Als größte Hindernisse wurden der Mangel an Freiwilligen zum Begleiten der Kinder und der größere Zeitaufwand für den Schulweg genannt. Als größten Vorteil beschrieben die Schülerinnen und Schüler das soziale Miteinander beim gemeinsamen Gehen und die Möglichkeit, Zeit in der Natur zu verbringen.

WSB wurde konzipiert, um den aktiven Schulweg zu fördern. Es basiert in der Regel auf der Einbindung von Freiwilligen, welche die Gruppen auf ihren Routen begleiten und nicht auf infrastrukturellen Veränderungen oder pädagogischen Maßnahmen. Durch die Heterogenität in der Ausgestaltung stellt WSB eher einen Oberbegriff für das Prinzip „gemeinsam zur Schule“ gehen dar, als ein einheitliches Konzept. Dies macht den Vergleich von Effekten an unterschiedlichen Schulen, Kommunen oder gar Ländern fast unmöglich (10). Allen Programmen gemeinsam ist der große Einfluss der Eltern. Diese wählen in der Regel die Transportform für ihr Kind aus und müssen entsprechend über Konsequenzen informiert werden.

Fazit und Ausblick 

Ein aktiver Schulweg bietet Kindern die Möglichkeit, ihr tägliches Aktivitätsniveau zu steigern und das von Experten geforderte Ziel von mindestens 12.000 Schritten bzw. 60 Minuten körperlicher pro Tag, eher zu erreichen. Dies hat einen positiven Einfluss auf die kardiovaskuläre Leistungsfähigkeit, die Schulleistungen – insbesondere von Mädchen – und scheint das Risiko von Verkehrsunfällen in der Nähe von Schule zu reduzieren. Untersuchungen von Zusammenhängen zwischen der Transportart und der Körperzusammensetzung zeigten uneinheitliche Ergebnisse. Insgesamt gilt aber der positive Einfluss eines aktiven Schulweges als unbestritten. Es ist bemerkenswert, dass kaum deutschsprachige Literatur bzw. Untersuchungen zum Thema „Schulweg“ existieren. Hier besteht ein großer Forschungs- aber auch Handlungsbedarf.

Aus diesem Grund sollten Universitäten, Schulen, Kommunen, Ärzte und Kostenträger im Gesundheitswesen (Unfallkasse und Krankenkassen) die vorhandenen Konzepte an lokale Gegebenheiten anpassen, um den Anteil aktiver Kinder auf dem Schulweg zu erhöhen. Parallel sollten diese Initiativen wissenschaftlich begleitet und evaluiert werden. Zudem fällt auf, dass sich die meisten Programme – insbesondere in Deutschland – an Grundschulkinder richten. Schüler an weiterführenden Schulen, die gerade in Zeiten von G8 nachweislich seltener in Sportvereinen aktiv sind und häufig das empfohlene Maß von 120 Minuten Medienzeit pro Tag überschreiten, sollten darum gezielt angesprochen werden. Besonders für diese Zielgruppe sollten spezielle Programme entwickelt, durchgeführt und evaluiert werden.