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Fortsetzung Stellungnahme der Kommission Kinder- und Jugendsport der DGSP zur Förderung eines aktiven Schulweges

Aktiver Schulweg und Körperkomposition

Im Rahmen einer systematischen Literaturanalyse identifizierten Larouche und Kollegen 39 Studien, welche die Zusammenhänge zwischen der Transportart zur Schule und die Körperzusammensetzung untersuchten (12).

Dabei wurden unterschiedliche Messmethoden verwendet, z.B. Messung der Hautfaltendicke, Bauchumfangsmessungen, Bestimmung des Body-Mass Index (BMI) oder Durchführung einer bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA). Die Untersuchungen zeigten uneinheitliche Ergebnisse.

In 36% wurde ein positiver Effekt des aktiven Schulweges auf die Körperkomposition nachgewiesen, in einem Großteil der Studien zeigte sich kein Zusammenhang zwischen Transportart und Körperzusammensetzung. Dies entspricht auch den Ergebnissen, die im Rahmen der Kiel Obesity Prevention Study (KOPS) erhoben wurden. Bei der Untersuchung von 626 Probanden im Alter von 14 Jahren zeigte sich kein direkter Zusammenhang zwischen einem aktiven Schulweg und dem BMI oder dem Körperfettgehalt (11).

Aktiver Schulweg und kognitive Leistungsfähigkeit

Es besteht ein wissenschaftlicher Konsens über den positiven Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und kognitiver Leistungsfähigkeit (8). Martinez-Gomez et al. publizierten 2011 (14) die Ergebnisse einer Untersuchung, bei der die Probanden befragt wurden, wie sie ihren Schulweg absolvieren. Anschließend führten sie einen kognitiven Leistungstest mit den Komponenten Sprachvermögen, numerisches Denkvermögen und logischem Denken durch. Die Kovarianzanalyse – kontrolliert nach Geschlecht, Alter, Schultyp, Gewicht und außerschulischer körperlicher Aktivität – ergab für die Mädchen einen signifikant positiven Zusammenhang zwischen einem aktiven Schulweg und dem Gesamtscore sowie der einzelnen Komponenten des kognitiven Leistungstests. Zudem zeigten sich bei Mädchen, die ihren Schulweg aktiv bestritten und dafür mehr als 15 Minuten benötigten, signifikant bessere Ergebnisse als die Probandinnen, die ihren Schulweg – aktiv oder passiv – in weniger als 15 Minuten zurücklegten. Ein positiver Zusammenhang zwischen dem aktiven Schulweg und der Aufmerksamkeit von Mädchen wurde auch von Van Dijk et al.

In der Untersuchung von Domazet et al. (6) erzielten Jungen und Mädchen, die zu Fuß gingen oder mit dem Rad zur Schule fuhren, signifikant bessere Ergebnisse in einem Mathematikleistungstest als die Vergleichsgruppe. Aufgrund der jeweiligen Untersuchungsdesgins lässt sich aus den Ergebnissen aber keine Kausalität ableiten. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)