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Fortsetzung Schmerzen im Leistungssport: Biopsychosoziale Behandlungskonzepte

Bitte nicht zu tapfer sein

Im Leistungsbereich sind mehr oder weniger starke Belastungsbeschwerden eigentlich omnipräsent. Nähmen Athleten sie jedes Mal zum Anlass für eine Trainingspause, wäre es mit ihrer Karriere bald vorbei. Schlecht ist diese »Tapferkeit« aber natürlich dann, wenn sie die Läsionsgrenze überschreitet. Prof. Valderrabano kennt das Phänomen z. B. unter Kampfsportlern oder Dauerleistungs-Athleten wie Langstreckenläufern oder Tennisprofis: »Sie verfügen über einen stark auf Resistenz trainierten Körper. Gleichzeitig wirkt ihr auf Höchstleistung ausgerichtetes psychosoziales System via Zentralem Nervensystem (ZNS) beinahe dopingartig. In der Folge werden dann nach dem Wettkampf manchmal Stressfrakturen, Tendinopathien, Bandläsionen, Kompartmentsyndrome und andere Läsionen nachgewiesen.«

Prof. Dr. Dr. Victor Valderrabano, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie
Prof. Dr. Dr. Victor Valderrabano, Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie, GOTS und SGSM Sportarzt, Chefarzt Swiss Ortho Center, Schmerzklinik Basel, Schweiz © Valderrabano

Ein Sonderfall unter den anstrengungsbedingten Beschwerden ist übrigens der heftige, plötzlich auftretende sogenannte exertionale Kopfschmerz, der durch Übertraining oder temporäre Überlastung entsteht. In den meisten Fällen, so Prof. Valderrabano, ist dafür keine physische Ursache zu finden; primärer Belastungskopfschmerz verschwindet innerhalb kurzer Zeit wieder. »Beim sogenannten sekundären Belastungskopfschmerz hingegen kann eine kardiovaskuläre Ursache dahinterstecken – und das ist vielen Sportlern nicht bekannt.« Deshalb sollte auch gelegentlicher anstrengungsinduzierter Kopfschmerz sportärztlich abgefragt und gegebenenfalls abgeklärt werden. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)