RtS nach Wadenzerrung: Gesamtbild entscheidet
Wadenzerrungen betreffen primär den M. gastrocnemius und M. soleus, manchmal auch den M. plantaris. In Sportarten mit hoher Schnellkraft- und Laufbelastung zählen sie zu den häufigsten Muskelverletzungen; die Rezidivraten in Training und vor allem Wettkampf sind hoch. Insbesondere für einen sicheren Return-to-Sports (RtS) muss deshalb der richtige Zeitpunkt gefunden werden, um ein unvollständiges Ausheilen der Wadenzerrung und Wiederverletzungen möglichst zu vermeiden. Weil hierzu bislang keine einheitlichen Leitlinien existieren, haben US-amerikanische Forscher im Rahmen eines narrativen Reviews den Stellenwert von bildgebender Diagnostik in Kombination mit verschiedenen Ansätzen zur Verletzungsklassifikation untersucht (1).
Als zentrale Instrumente für die Diagnostik und Verlaufsbeurteilung von Muskelzerrungen haben sich neben der klinischen Untersuchung bildgebende Maßnahmen wie MRT und Sonografie etabliert. Darauf basierende Klassifizierungsansätze quantifizieren die Verletzungsschwere sinnvoll, hauptsächlich anhand struktureller Schädigungsgrade. So verlängerten etwa Zusatzbefunde wie aponeurotische Beteiligungen oder intramuskuläre Ödeme nachweislich die Rekonvaleszenz, und auch einzelne Lokalisationen nahmen ungünstigen Einfluss auf den Heilungsverlauf einer Wadenzerrung.
Die Zeit bis zum RtS konnten die untersuchten Klassifizierungssysteme jedoch nicht zuverlässig prognostizieren. Hier greift die bildgebungsbasierte Graduierung zu kurz, weil sie u. a. funktionelle Aspekte nur unzureichend berücksichtigt. Trotz der vorhandenen Zusammenhänge betonen die Autoren, dass kein spezifischer bildgebender Parameter eine zuverlässige RtS-Prognose erlaubt. Ultraschall und MRT haben einen festen Platz in der Erstdiagnostik und sind gute ergänzende Instrumente zur Risikostratifizierung bei komplexen Verletzungen oder anhaltenden Symptomen. Ausschlaggebend für die RtS-Empfehlung sollte aber eine gründliche klinische Evaluation sein – gemessen an Parametern wie Schmerzfreiheit, Kraftniveau und funktioneller Leistungsfähigkeit.
■ Kura L
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Quellen:
Pagan-Rosado R, Troyer W, Rosario-Concepcion R, et al. Calf Strains in Athletes: A Narrative Review of Management, Injury Grading, and Return to Sport. Sports Med Open. 2025; 11: 158. doi:10.1186/s40798-025-00960-4