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Fortsetzung Kompressionskleidung im Sport – Messbare Effekte oder modisches Accessoire?

Faktor Zeitersparnis

Um in der Regenerationsphase von den positiven Wirkungen zu profitieren, ist es ausreichend, die Strümpfe nach der Belastung anzuziehen. Vom Kompressionsdruck sollten sie der medizinischen Klasse 2 entsprechen. Neben schnellerer Wiederbelastbarkeit und einem häufig als angenehm beschriebenen Tragegefühl haben Sportler dadurch ganz klare praktische Vorteile: Regenerationsfördernde Kleidung, die nebenher, also direkt nach dem Training, zu Hause auf der Couch, bei Veranstaltungen oder im Bett getragen werden kann, spart Zeit, zum Beispiel für Massagen oder andere regenerative Maßnahmen (Bäder, Elektrotherapie etc.). Über mögliche Effekte auf das Verletzungsrisiko kann bisher nur spekuliert werden. Doch da man weiß, dass der beste Schutz vor Verletzungen die Kombination aus optimal vorbereiteter, gut durchbluteter und trainierter Muskulatur sowie einer guten Koordination ist, könnte das Verletzungsrisiko verringert sein.

Leistungssteigerung – nur gefühlt oder auch messbar?

Immer mehr Sportler tragen Kompressionskleidung, aber nicht nur während der Regeneration, sondern auch während der Belastung. Wer sich eine Aussage darüber erhofft, wie viel schneller man rennt oder fährt, wird jedoch enttäuscht. Tendenziell, das offenbart ein Blick in die Literatur, konnte weder für die Sprintsituation noch für längere Strecken eine messbare Leistungssteigerung beschrieben werden. Dennoch sind viele Ärzte und Sportler von der Wirksamkeit überzeugt.

Prof. Anton Wicker, selbst ehemaliger Skifahrer im österreichischen Nationalteam, Betreuer der Skinationalmannschaft und Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation in Salzburg, erklärt: »Wir haben aus Messungen mit den österreichischen Skifahrern Hinweise darauf, dass die Muskelkraft verbessert wird und eine bessere Kraftentwicklung bei explosiven Bewegungen möglich ist.

 

Bild Anton Wicker
Prof. Dr. Anton Wicker, Vorstand der Universitätsklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation, Salzburg, und Betreuer der österreichischen Skinationalmannschaft © Wicker

Neben der Regeneration halten wir die Produkte auch während der Belastung für sinnvoll. « Die beobachteten Effekte bei Skifahrern wurden mit Produkten erreicht, deren Kompressionsdrücke höher waren als für die Regeneration, also höher als MKS-Klasse 2. Solche Strümpfe oder andere Kompressionskleidung (Hosen, Shirts) eignen sich aufgrund der starken Kompression aber nur für kurzfristige Belastungen, nicht für Ausdauerleistungen. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)