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Biomarker erleichtert die Diagnose bei Verdacht auf Gehirnerschütterung

Biomarker erleichtert die Diagnose bei Verdacht auf Gehirnerschütterung
© Alex / Adobe Stock

Gehirnerschütterungen gehören in vielen Sportarten zu den häufigen Verletzungen. Neben klinischen Symptomen wie temporärer Amnesie, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit und Erbrechen, Bewusstseinsverlust sowie Licht- und Geräuschempfindlichkeit wird für eine sichere Diagnose meist eine Computertomografie herangezogen. Das CT ist vor allem dann regelhafte Praxis, wenn bei Athletinnen oder Athleten mit Verdacht auf Commotio cerebri der Zeitpunkt für ein sicheres Return-to-Play bestimmt werden muss.

Aufwendige CT-Untersuchen bringen wiederum nicht nur hohe Kosten für das Gesundheitssystem, sondern vor allem eine Strahlenbelastung für den Patienten mit sich, die man nach Möglichkeit vermeiden sollte. Deshalb hat die US-Arzneimittebehörde FDA eine prospektive Kohortenstudie in Auftrag gegeben, die zwei bekannte Biomarker auf ihre Aussagekraft hin untersuchen sollte.

Engmaschige Beobachtung und Testung

Im Fokus des Interesses standen die Biomarker GFAP (Glial fibrillary acidic protein) und UCH-L1 (Ubiquitin C-terminal hydrolase). Beide hatten bereits 2018 in Studien ihre grundsätzliche Eignung zum schnellen Nachweis moderater intrakranieller Verletzungen bei erwachsenen Hirntrauma-Patienten belegt (GFAP erwies sich zudem als guter Richtwert zur Einstufung von Polytraumen). Ein negatives Testergebnis legitimierte immerhin den Verzicht auf eine CT-Untersuchung.

Für Kinder fehlte jedoch bisher die Signifikanz, und auch die gradielle Unterscheidungsfähigkeit der Marker zu Kopftraumen ohne Commotio (subconcussive trauma) fiel noch unbefriedigend aus. Letzteres Szenario ist gerade unter Athletinnen und Athleten relevant, da wiederholte niedrigintense Schädel-Hirn-Verletzungen trotz normalem Mentalstatus durchaus ein Risiko für Langfrist-Schäden beinhalten.

Die neue Studie (1) sollte diese diagnostischen Antworten liefern und verglich dazu drei Gruppen: Patienten mit eindeutiger Commotio cerebri (371 Personen), solche mit stumpfem Schädeltrauma ohne offensichtliche Commotio-Symptome (149 Personen) und solche mit peripheren körperlichen Verletzungen ohne jeden Hinweis auf Schädeltrauma (192 Personen). Unter den 712 für die Studie qualifizierten Teilnehmenden waren 175 Kinder. Alle waren in einem von drei beteiligten US-amerikanischen Level-I-Traumazentren aufgenommen worden. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)