Bewegung als Therapie bei Schlaflosigkeit

Bewegung als Therapie bei Schlaflosigkeit
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Schlaflosigkeit ist für Betroffene sehr belastend und häufig langwierig. Eine aktuelle systematische Übersichtsarbeit mit Netzwerk-Metaanalyse liefert nun einen direkten Vergleich verschiedener Trainingsformen (1), die geeignet erscheinen, das Problem zu lindern. Für die Analyse werteten die Autoren 22 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 1348 Erwachsenen mit diagnostizierter Insomnie oder ausgeprägten Insomniesymptomen aus. Verglichen wurden 13 Interventionen, darunter sieben bewegungsbasierte Ansätze wie Yoga, Tai Chi, Walking oder Jogging, Krafttraining sowie kombinierte Trainingsprogramme. Als Vergleich dienten unter anderem kognitive Verhaltenstherapie (CBT), Schlafhygiene oder die übliche Versorgung.

Bei den Angaben aus Schlaftagebüchern zeigte Yoga besonders ausgeprägte Effekte. Im Vergleich zu den Kontrollgruppen verlängerte sich die Gesamtschlafzeit im Mittel um rund 111 Minuten. Zudem verbesserten sich die Schlafeffizienz, die Einschlaflatenz und die Wachzeit nach dem Einschlafen. Walking beziehungsweise Jogging erwies sich dagegen als besonders wirksam zur Reduktion der Insomniesymptomatik und erzielte die stärksten Verbesserungen im Insomnia Severity Index. Tai Chi verbesserte sowohl die Schlafqualität als auch mehrere subjektive und objektive Schlafparameter und war die einzige Bewegungsform, die langfristig zu Verbesserungen bei allen untersuchten Schlaftagebuchparametern und den zusammengefassten objektiven Messgrößen führte.

Die Autoren führen die unterschiedlichen Wirkprofile auf verschiedene physiologische Mechanismen zurück. Yoga könnte über Atemtechniken, Achtsamkeit und Entspannung die neuronale Erregbarkeit sowie Angst und Stress reduzieren. Tai Chi scheint zusätzlich das autonome Nervensystem zu beeinflussen, Entzündungsprozesse zu modulieren und neuroplastische Prozesse zu fördern. Walking und Jogging verbessern vermutlich durch erhöhten Energieverbrauch, Veränderungen der Cortisol- und Melatoninsekretion sowie durch positive Effekte auf die Stimmung die Schlafarchitektur.

Die Ergebnisse der Analyse sprechen für einen differenzierten Einsatz von Bewegung zur Linderung von Schlaflosigkeit. Yoga könnte sich vor allem zur Verlängerung der Schlafdauer und Verbesserung der Schlafkontinuität eignen. Tai Chi könnte insbesondere bei Patienten mit Ein- und Durchschlafstörungen sowie dem Wunsch nach langfristigen Effekten sinnvoll sein. Walking oder Jogging bietet sich möglicherweise vor allem an, wenn ausgeprägte Tagesbeschwerden wie Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen im Vordergrund stehen.

Die Autoren betonen jedoch, dass die Evidenz überwiegend niedrig bis moderat ist. Nur vier der eingeschlossenen Studien wiesen ein geringes Verzerrungsrisiko auf, zudem unterschieden sich Trainingsprogramme und Studiendesigns teilweise deutlich. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse das Potenzial körperlicher Aktivität als wichtige nichtmedikamentöse Therapie der Insomnie und liefern Hinweise für Bewegungsempfehlungen bei Schlafstörungen und -losigkeit.

■ Hutterer C

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Quellen:

  1. Bu Z, Liu F, Shahjalal M, et al. Effects of various exercise interventions in insomnia patients: a systematic review and network meta-analysis. BMJ Evid Based Med. 2026; 31: 102-113. doi:10.1136/bmjebm-2024-113512