Osteoporose: HIIT plus Vitamin D erhöhen Knochendichte signifikant
Osteoporose wird meist primär als geriatrisches Krankheitsbild oder – bei Frauen – als Folgeerscheinung der Postmenopause assoziiert. Dass eine schwindende Knochenmineraldichte (bone mineral density/BMD) bereits in der prämenopausalen Lebensphase zwischen 30 und 50 Jahren ein kritisches Gesundheitsrisiko darstellen kann, findet nur langsam Eingang in die öffentliche und medizinische Wahrnehmung. Mit Blick auf Prävention und Therapie rücken neben pharmakologischen Strategien auch nichtmedikamentöse Ansätze zunehmend in den Fokus, insbesondere körperliches Training als mechanischer Stimulus für den Knochenstoffwechsel. Parallel dazu spielt eine gute Vitamin-D-Versorgung eine zentrale Rolle für Calciumhomöostase, Mineralisation und Regulation des Knochenumbaus. Vor diesem Hintergrund ist die Frage klinisch relevant, ob sich mechanische Hochlastreize durch intensives Training und eine verbesserte Vitamin-D-Verfügbarkeit in ihrer Wirkung auf den Knochen ergänzen. Eine aktuelle Studie liefert hierzu wegweisende Erkenntnisse für die sportmedizinische und orthopädische Praxis (1).
Die randomisierte kontrollierte Studie teilte 120 bislang sedentäre Frauen (Alter: 30 bis 50 Jahre) mit röntgenologisch gesicherter Osteoporose in vier Studienarme ein. Etwa gleich viele Teilnehmerinnen gingen jeweils 16 Wochen lang entweder ihrer wenig aktiven Alltagsaktivität nach (Kontrollgruppe), absolvierten dreimal wöchentlich ein hochintensives Laufbandtraining (HIIT-Gruppe), erhielten ohne Sportprogramm eine tägliche Supplementierung von 800 i.E. Vitamin D3 (Vitamin-D-Gruppe) oder nahmen das Vitamin D zusätzlich zum HIIT-Programm ein (Kombinationsgruppe). Erfasst wurden Knochendichte-Veränderungen an der Lendenwirbelsäule (L2 bis L4) sowie an beiden Hüftgelenken. Ergänzend erfolgte eine detaillierte Analyse verschiedener Serummarker des Knochenstoffwechsels, darunter Osteocalcin, knochenspezifische alkalische Phosphatase (s-BAP) und Gesamtcalcium sowie der 25-(OH)-D-Spiegel.
Nach Abschluss des Interventionszeitraums zeigte sich der kombinierte Ansatz als signifikant überlegen. Zwar konnten alle drei Interventionsgruppen mit Verbesserungen von Knochenresorptionsmarkern und BMD-Werten im Vergleich zum Ausgangswert und zur Kontrollgruppe aufwarten, doch die signifikantesten Zuwächse stellten sich konsistent in der Kombinationsgruppe ein. Darüber hinaus wurden Zusammenhänge zwischen strukturellen und biochemischen Parametern klar: Die Knochendichte korrelierte positiv mit Osteocalcin und Gesamtcalcium sowie negativ mit der Körpermasse und dem Knochenabbau-Marker s-BAP. Diese Daten unterstreichen eindrucksvoll die kombinierte Rolle spezifischer Belastungsreize als mechanische Trigger für die Osteoblastenaktivität und von Vitamin D als essenziellem Baustein für die Knochenmineralisierung. Wird dieser Ansatz bereits im entscheidenden „Window of Opportunity“ noch vor Eintritt der Menopause begonnen und konsequent verfolgt, lässt sich die Knochenmineraldichte nachhaltig stabilisieren und das Frakturrisiko eklatant verringern.
■ Kura L
Quellen:
Alghadir AH, Gabr SA, Iqbal A. Concurrent effects of high-intensity interval training and vitamin D supplementation on bone metabolism among women diagnosed with osteoporosis: a randomized controlled trial. BMC Musculoskelet Disord. 2025; 26: 381. doi:10.1186/s12891-025-08275-x