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Fortsetzung Alternative Behandlungsansätze bei Rückenschmerzen

Massagen

• 26 Studien, davon neun Studien von guter Qualität.

• Die Ergebnisse waren uneindeutig. Einige Studien fanden kleinere Effekte nach 10 und 12 Wochen, andere fanden keine Effekte.

• Im Vergleich zu anderen nicht-medikamentösen Therapien (Chiropraktik, Bewegung, Entspannungstherapie, Akupunktur, Physiotherapie, Transkutane elektrische Nervenstimulation) zeigten Massagen bessere Kurzzeit-Effekte.

• Die Bewertung unterschiedlicher Massagetechniken lieferte heterogene Ergebnisse.

Chiropraktik

• 61 Studien, davon waren 16 Studien von guter Qualität.

• Bei akuten Rückenschmerzen fanden zwei Studien bessere Effekte durch Chiropraktik als durch eine Scheinbehandlung.

• Bezüglich der Schmerzen wurde zwischen Chiropraktik und anderen „inaktiven“ Behandlungen (Informationsbroschüre, verstelltem Ultraschall, Schockwellen und unwirksamer Frequenz usw.) kein Unterschied gefunden werden. Ebenso wurde beim Vergleich mit „aktiven“ Behandlungen (z.B. Rückenschule) keine Unterschiede gefunden.

• Bei chronischen Schmerzen waren die beobachteten Effekte nicht signifikant.

Es existieren eine Reihe nicht-pharmakologischer Therapien für akute und chronische Schmerzen im Lendenwirbelbereich. Die meisten wirken nach den aktuellen Erkenntnissen gering bis moderat, allerdings in den meisten Fällen nur kurzfristig auf den Schmerz ein. Auch Interventionen wie Achtsamkeitstraining können unter Umständen hilfreiche Ergänzungen sein.

■ Hutterer C

Quellen:

  1. Chou R, Deyo R, Friedly J, Skelly A, Hashimoto R, Weimer M, Fu R, Dana T, Kraegel P, Griffin J, Grusing S, Brodt ED. Nonpharmacologic Therapies for Low Back Pain: A Systematic Review for an American College of Physicians Clinical Practice Guideline. Ann Intern Med. 2017; 166(7): 493-505. doi: 10.7326/M16-2459. http://annals.org/aim/fullarticle/2603230/nonpharmacologic-therapies-low-back-pain-systematic-review-american-college-physicians