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Fortsetzung Wearables – Die Bedeutung der neuen Technologie für die Sportmedizin

Limitationen der Wearable-Technologie liegen gegenwärtig noch in der Gerätegröße, der Akkuleistung, der Ableitqualität und der Abtastrate. Übergeordnet muss eine Gesetzeslage gefordert werden, die der aktuellen Entwicklung Rechnung trägt, damit Speicherung und Weiterleitung – auch die selektive Weiterleitung – von Gesundheitsdaten an potentielle oder aktuelle Arbeitgeber, Krankenkassen und Lebensversicherungen bei Androhung von empfindlichen Geldbußen unterbunden wird. Schon jetzt gibt es Manager, die Wearables und Gesundheits-Apps aus Scheu vor Weiterleitung im Netz vermeiden.
Neue Aspekte, wie die Koordination mit Drohnen, die die Wearable-Träger aus der Luft überwachen – unter gleichzeitigem Einsatz von GPS-Daten – können auch psychologisch negative Aspekte für die Anwender entstehen lassen (4).

Vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Wearable-Technologie sowie deren Verbreitung müssen die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Trainingssteuerung und Trainingsüberwachung in die Ausbildungsprogramme von Trainern, Sportlehrern und Sportmedizinern aufgenommen werden.
Zusammenfassend ergeben die Wearables neue Aspekte für die Überwachung des Leistungszustandes der Athleten über ein neues Monitoring von Parametern der Regeneration. Auch die neue kontinuierliche Schweißanalyse bei Belastung eröffnet weite Forschungsfelder. Es sollten nur Geräte eingesetzt werden, die wissenschaftlich validiert sind und über eine ausreichend hohe „sampling rate“ verfügen. Mit Bewegungsartefakten muss man noch immer rechnen. Mit Blick auf die Zukunft und das vegetative Nervensystem sollten die Wearables auch Parameter wie beispielsweise die Borg-Skala aufnehmen können.

Heitkamp HC

Quellen:

  1. Boettger S, Puta C, Yeragani VK, Donath L, Müller HJ, Gabriel HH, Bär KJ. Heart Rate Variability, QT Variability, and Electrodermal Activity during Exercise. Med Sci Sports Exerc. 2010; 42: 443-448. doi:10.1249/MSS.0b013e3181b64db1

  2. Gao W, Emaminejad S, Nyein HYY, Challa S, Chen K, Peck A, Fahad HM, Ota H, Shiraki H, Kiriya D, Lien DH, Brooks GA. Fully integrated wearable sensor arrays for multiplexed in situ perspiration analysis. Nature. 2016; 529: 509-514. doi:10.1038/nature16521

  3. Giles D, Draper N, Neil W. Validity of the Polar V800 heart rate monitor to measure RR intervals at rest. Eur J Appl Physiol. 2016; 116: 563-571. doi:10.1007/s00421-015-3303-9

  4. Lobelo F, Kelli HM, Tejedor SC, Pratt M, McConnell MV, Martin SS, Welk GJ. The wild wild west: A framework to integrate mhealth software applications and wearables to support physical activity assessment, counseling and interventions for cardiovascular disease risk reduction. Prog Cardiovasc Dis. 2016; 58: 584-594. doi:10.1016/j.pcad.2016.02.007

  5. Wijndaele K, Westgate K, Stephens SK, Blair SN, Bull FC, Chastin SF, Dunstan DW, Ekelund U, Esliger DW, Freedson PS, Granat MH, Matthews CE, Owen N, Rowlands AV, Sherar LB, Tremblay MS, Troiano RP, Brage S, Healy GN. Utilization and harmonization of adult accelerometry data: review and expert consensus. Med Sci Sports Exerc. 2015; 47: 2129-2139. doi:10.1249/MSS.0000000000000661