Sportlicher Lebensstil beugt Substanzverlust im Gehirn vor

Sportlicher Lebensstil beugt Substanzverlust im Gehirn vor
© Sebastian Kaulitzki / fotolia

Eine aktuelle Studie des Forschungszentrums Jülich belegt, dass ein aktiver Lebensstil messbare „Nebenwirkungen“ hat: Menschen, die sich viel und regelmäßig bewegen, ernten neben einem fitten Körper auch eine bessere Gehirnleistung. Um genau zu sein, fanden die Wissenschaftler heraus, dass die Graue Substanz im Gehirn sportlicher Menschen im hohen Alter wesentlich besser erhalten bleibt.

Die Arbeit am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin basiert auf Daten von 549 männlichen und weiblichen Probanden im Alter zwischen 55 und 85 Jahren. Als Grundlage ihrer Untersuchungen hatten die Studienautoren den umfangreichen Datensatz der sogenannten „Jülicher 1000-Gehirne-Studie“ zur Verfügung. In Kooperation mit der Universität Duisburg-Essen waren darin seit 2011 die Gehirne von rund 1300 Probanden per Kernspintomographie detailliert unter die Lupe genommen worden.

Bewegung als wichtiger Einflussfaktor

Die jetzt gewonnenen Aussagen zur Topographie des alternden Gehirns sind umso spannender, als sie nicht mehr allein dastehen. Denn in die neue Erhebung flossen auch höchst detaillierte Angaben aus der Vorgängerstudie zur persönlichen Lebensgestaltung mit ein. Neben den Gewohnheiten zum Alkohol- und Nikotingenuss der Teilnehmenden interessierten sich die Nachwuchswissenschaftler nun auch für deren Einbindung in das soziale Umfeld sowie besonders ihre Bewegungsgewohnheiten.

Alle Faktoren gemeinsam ergeben bei Betrachtung der Gehirnscans ein spannendes Bild: Während regelmäßiges Sporttreiben und gute soziale Kontakte den Erhalt der Grauen Substanz in bestimmten Hirnarealen offensichtlich positiv beeinflussen, beschleunigt Alkoholkonsum klar deren Abbau. Dies erklärt, warum körperlich aktive Menschen oft auch im Alter noch geistig so rege sind. Eher funktionelle, aber nicht weniger fatale Auswirkungen hat jahrelanges Rauchen.

■ Kura L

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Quellen:

  1. Bittner N, Jockwitz C, Mühleisen TW, et al. Combining lifestyle risks to disentangle brain structure and functional connectivity differences in older adults. Nat Commun. 2019; 10: 621. doi:10.1038/s41467-019-08500-x