Der Einfluss von WB-EMS-Training und Proteinzufuhr auf das Metabolische Syndrom bei prämenopausalen übergewichtigen Frauen

Der Einfluss von WB-EMS-Training und Proteinzufuhr auf das Metabolische Syndrom bei prämenopausalen übergewichtigen Frauen
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Einleitung

Als ein „Cluster“ kardiometabolischer Risikofaktoren ist das Metabolische Syndrom (MetS) ein zentrales Gesundheitsproblem. Die Hauptursache für die Entwicklung des MetS ist das Ungleichgewicht zwischen erhöhter Kalorienzufuhr und verminderter Alltagsaktivität. Unter anderem zeigen eine reduzierte Kohlenhydratzufuhr und/oder eine höhere Proteinzufuhr und/oder eine Energierestriktion, eine Steigerung der täglichen Alltagsaktivität und ein Krafttraining positive Auswirkungen auf das MetS. Die zeiteffiziente, gelenkschonende und sichere WB-EMS-Technologie zeigt dabei ähnlich günstige Trainingseffekte auf Körperzusammensetzung und kardiometabolische Risikofaktoren, wie ein wesentlich zeitaufwändigeres Krafttraining. Daneben kann eine erhöhte Proteinzufuhr die Muskelmasse bei negativer Energiebilanz erhalten. Im vorliegenden Projekt kombinierten wir beide Methoden, d. h. WB-EMS und erhöhte Proteinzufuhr, um die Muskelmasse während der Gewichtsregulierung durch eine negative Energiebilanz zu erhalten. In Anbetracht des engen Zusammenhangs zwischen Adipositas und kardiometabolischen Risikofaktoren war es das Ziel dieser Studie, die Auswirkungen additivem WB-EMS während Energierestriktion, erhöhter körperlicher Aktivität und erhöhter Proteinzufuhr auf das MetS bei übergewichtigen bis adipösen prämenopausalen Frauen zu bestimmen.

Material und Methoden

Insgesamt wurden 90 übergewichtige, prämenopausale Frauen mit einem Körperfettgehalt über 28% eingeschlossen und randomisiert einer der drei Studiengruppen zugeordnet. Über den Verzicht an Kohlenhydraten wurde die Energieaufnahme der Kontrollgruppe (CG) um 500 kcal/d reduziert. Gleichzeitig wurde die Eiweißaufnahme auf 1,2g/kg Körpergewicht/d gesteigert. Eine zweite Gruppe (PA) reduzierte die Kohlenhydrataufnahme um 250 kcal/d und wurde angewiesen einen Mehrverbrauch von 250 kcal/d über eine Erhöhung der Schrittzahl zu erreichen. Die Eiweißaufnahme wurde auf 1,7 g/kg Körpergewicht/d erhöht. Gruppe WB-EMS führte zusätzlich zu den Spezifikationen der Gruppe PA 1,5×20 min/Woche ein WB-EMS-Standardprogramm durch (85 Hz, 350 µs, rechteckig, 6s Impuls/4s Impulspause). Primärer Endpunkt war die Veränderung des MetS Z-Score nach 16 Wochen Intervention, sekundäre Endpunkte die Veränderungen der Einzelparameter des MetS. Es erfolgte eine Intention-to-treat-Analyse mit multipler Imputation, die alle Teilnehmer die zu Studien-beginn den Gruppen zugeordnet waren, einschloss. Unterschiede zwischen den Gruppen berechneten wir mittels ANOVA.

Ergebnisse

Die Anwesenheitsrate der Gruppe WB-EMS betrug 100%. Die spezifizierte Proteinzufuhr wurde in allen Gruppen erreicht, das Gesamtenergiedefizit (Kalorienreduktion und ggf. erhöhter Alltagsaktivität) wurde unterboten (CG: 678±505 kcal/d; PA: 708±519 kcal/d; WB-EMS: 660±501 kcal/d). Der primäre Endpunkt MetS Z-Score verbesserte sich in der WB-EMS-Gruppe signifikant (p=.003), während in der CG- (p=.647) und PA-Gruppe (p=.119) keine signifikanten Veränderungen auftraten. Die ANOVA wies keine signifikanten Zwischengruppenunterschiede (p=.226) auf. Bei den sekundären Endpunkten wurden nur für den mittleren arteriellen Blutdruck signifikante Unterschiede zugunsten der WB-EMS-Gruppe (p=.012) erfasst.

Diskussion

Additives WB-EMS bei erhöhter körperlicher Aktivität, mäßiger Energierestriktion und erhöhter Proteinzufuhr während beabsichtigter Gewichtsreduktion führte zu günstigen, aber nicht signifikanten Effekten auf das MetS. Möglicherweise behinderte die Interaktion der unterschiedlichen Interventionen ein günstigeres Ergebnis.

■ Willert S, von Stengel S, Kohl M, Uder M, Kemmler W