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Fortsetzung Bone Bruise und Stressfraktur: Knochen im Stress

Sportlerinnen besonders gefährdet

Eine epidemiologische Studie mit mehr als 11 Millionen College-Athletinnen und -Athleten ergab eine Gesamtinzidenz von 5,7 Verletzungen pro 1000 Sportstunden (4). Besonders gefährdet sind den Ergebnissen zufolge generell Frauen. Am häufigsten betroffen waren Läuferinnen (29 Verletzungen/1000 Sportstunden), Turnerinnen (26) und Leichtathletinnen (23). Die häufigsten Lokalisationen waren der Mittelfuß (38 Prozent), die Tibia (22 Prozent) und – mit einigem Abstand – die untere Wirbelsäule bzw. das Becken (12 Prozent). Diese Verteilung sollte nicht vergessen lassen, dass die Verletzungsform auch in anderen Sportarten auftreten kann. So können bei Wurfsportarten, beim Turnen, im Kraft­sport oder beim Klettern auch die oberen Extremitäten betroffen sein, z. B. Handwurzelknochen oder Ellbogen.
Grundvoraussetzung ist die Entstehung eines Ungleichgewichts im ossären System. Wirkt auf einen Knochen eine ungewohnte Belastung ein, kann die Kapazitätsgrenze der Belastbarkeit überschritten werden; es folgen lokale Reaktionenen mit Ödembildung. »Der Körper kann das Ödem in der Regel gut wieder abbauen. Erfolgt die Schädigung allerdings wiederholt, kann der Knochenstoffwechsel nicht mehr mithalten und es kommt zur Stressreaktion«, erklärt Prof. Schmitt.

20190322_Schweregrade_von_Stressfaktoren
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