Wechselwirkungen zwischen Eisenmangel und Female Athlete Triad

Wechselwirkungen zwischen Eisenmangel und Female Athlete Triad
© Jacob Lund/fotolia

Zwischen 24 und 47 Prozent aller Sportlerinnen leiden unter Eisenmangel. Ebenso treten bei knapp 16 Prozent der Ausdauerathletinnen alle drei Faktoren der Female Athlete Triad (FAT) auf, dem Dreigespann aus geringer Energieverfügbarkeit, Störungen der reproduktiven Funktionen und Beeinträchtigungen der Knochengesundheit. Obwohl beide Zustände häufig auftreten und es sehr wahrscheinlich eine Schnittmenge gibt, wurde bislang wenig Fokus auf die Frage gelegt, wie sich Eisenmangel und FAT wechselseitig beeinflussen. Dylan L. Petkus et al. versuchen nun durch ein narratives Review, dieses Zusammenspiel besser zu verstehen (1).

Die FAT hat ihren Ausgang in der Regel in einer (zu) geringen Energieverfügbarkeit, häufig verursacht durch restriktives Essverhalten. Eine zu geringe Eisenaufnahme kann die Folge sein. Doch durch Eisenmangel verringert sich der Appetit, was wiederum zu weniger Nahrungsaufnahme führt – eine Abwärtsspirale entsteht. Es konnte gezeigt werden, dass bei Appetitlosigkeit während bzw. als Folge einer Eisenmangel­anämie die Eisensubstitution dieses Symptom behebt.

Menstruation – Eisenmangel – Östrogen

Der Blutverlust durch die Menstruation ist ein häufiger Grund für Eisenmangel. Mit jeder Blutung gehen 6,4 bis 11,2 mg Eisen verloren. Viele Sportlerinnen haben einen unregelmäßigen bzw. verlängerten Menstruationszyklus oder ausbleibende Menstruation. Im Hinblick auf den Eisenstatus wirkt das protektiv. Doch die Rechnung funktioniert nicht ohne Östrogen.

Das Hormon unterdrückt die Expression von Hepcitin, einem wichtigen Regulator im Eisenstoffwechsel, der die Absorption von Eisen aus der Nahrung vermindert. Bei Frauen mit Amenorrhö ist der Hepcitin-Spiegel vierfach höher als bei Frauen mit Monatsblutung. Östrogen wirkt somit einem Eisenmangel entgegen – jedoch ist bei ausbleibender Menstruation der Östrogenspiegel sehr niedrig.

Welcher Regulationsmechanismus hier stärker ist, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Petkus et al. diskutieren eine Reihe weiterer möglicher Zusammenhänge und Interaktionen zwischen Eisenmangel und FAT.

■ Hutterer C

Quellen:

  1. Petkus DL, Murray-Kolb LE, De Souza MJ. The Unexplored Crossroads of the Female Athlete Triad and Iron Deficiency: A Narrative Review. Sports Med. 2017. doi:10.1007/s40279-017-0706-2