Verletzungshäufigkeit beim Yoga viel höher als bisher angenommen

Verletzungshäufigkeit beim Yoga viel höher als bisher angenommen
© Foto: Viacheslav Iakobchuk/fotolia

Ein Forschungsprojekt an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften an der University of Sydney deckt auf, dass zehn Prozent der Yoga-Treibenden von Schmerzen geplagt werden. Bei jedem Fünften verschlimmern sich schon vorhandene Schmerzen, wenn sie Yoga-Übungen machen. Die Gefahr, sich zu verletzen oder Schmerzen zu bekommen, ist laut den Autoren im Durchschnitt genauso groß wie bei allen anderen Sportarten. Allerdings sei die Verletzungshäufigkeit zehnmal höher als bisher vermutet.

Am häufigsten von Schmerzen betroffen waren Schultern, Ellbogen, Handgelenke und Hände. Die Ursache dafür liegt laut den Autoren darin, dass bei vielen Übungen im Yoga bestimmte Körperteile stark belastet werden. So ruht beispielsweise bei der Übung »Herabschauender Hund« das Gewicht des Körpers vor allem auf den Armen und Handgelenken. 74 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, dass die Yogaübungen eventuell bestehende Schmerzen lindern würden. Vonseiten der Yoga-Lehrer sollte verstärkt darauf geachtet werden, auch die Risiken zu kommunizieren und die Teilnehmer dazu anzuhalten, die Übungen bei Schmerzen zu beenden. Zudem ist es entscheidend, auf die exakt richtige Ausführung der Übung zu achten.

Teilgenommen hatten an der prospektiven Kohortenstudie 354 Probanden (1), die zweimal im Abstand von einem Jahr einen elektronischen Fragebogen ausfüllten. Abgefragt wurden das Auftreten und die Stärke von durch Yoga ausgelösten Schmerzen. Außerdem wurde die Prävalenz von durch Yoga verursachten, durch Yoga verschlimmerten, unveränderten oder verbesserten Schmerzen abgefragt. Die Teilnehmer waren zu 95 Prozent Frauen und im Durchschnitt 45 Jahre alt. In den Yogastudios wurden unter anderem Kurse in Vinyasa Yoga, Iyengar Yoga und Schwangerschafts-Yoga angeboten.

■ Hutterer C

Quellen:

  1. Campo M, Shiyko MP, Kean MB, Roberts L, Pappas E. Musculoskeletal pain associated with recreational yoga participation: A prospective cohort study with 1-year follow-up. J Bodyw Mov Ther. 2017. doi:10.1016/j.jbmt.2017.05.022