Nicht jeder Sport schützt gleich gut vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Nicht jeder Sport schützt gleich gut vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
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Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind mit 37 Prozent der Sterbefälle die führende Todesursache in Deutschland und stehen damit laut Statistischem Bundesamt noch vor den Krebs­erkrankungen. Zu den Risikofaktoren, die Betroffene selbst beeinflussen können, zählt neben Rauchen und einer ungesunden Ernährung die körperliche Inaktivität. In einer groß angelegten prospektiven Studie (1) haben Wissenschaftler nun den Einfluss verschiedener Sportarten auf das Risiko für die Entstehung einer Herz-Kreislauf-Erkrankung untersucht.

Dazu begleiteten sie 13 204 US-Amerikaner zwischen 1987 und 2015 durch jährliche Telefon-Interviews. In einer ausführlichen Befragung zu Studienbeginn machten die Teilnehmer zudem Angaben zu ihrer sportlichen Aktivität: Bis zu vier Sportarten wurden mit jeweiliger Dauer erfasst, außerdem Indikatoren für einen aktiveren oder passiveren Lebensstil. Zusätzlich dokumentierten die Forscher bekannte soziodemografische Einflussfaktoren wie Alter, Bildung und Einkommen, um diese in der späteren Auswertung berücksichtigen zu können. Während der Beobachtungszeit (Median 25 Jahre) erkrankten 30 Prozent der Studienteilnehmer an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Vorangegangene wissenschaftliche Arbeiten hatten bereits gezeigt, dass körperliche Aktivität generell einen protektiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System hat; außerdem ist bekannt, dass bestimmte Sportarten sich besonders positiv auf die Gesundheit auswirken können. Mittels der gesammelten Daten und aufwendiger statistischer Analysen konnten die Wissenschaftler nun den spezifischen Einfluss einzelner Sportarten auf die Wahrscheinlichkeit ermitteln, am Herz-Kreislauf-System zu erkranken. So hatten Tennis, Squash, Aerobic, Laufen oder Walken einen protektiven Effekt, während sich Radfahren, Schwimmen, Basketball, Softball, Baseball, Gymnastik, Cathletics, Golf oder Krafttraining nicht signifikant positiv auswirkten.

Leider stützt sich die Auswertung nur auf die zu Anfang gemachten Angaben zum Sport und kann somit Veränder­ungen nicht erfassen, die während der langen Studiendauer auftraten. Trotzdem bieten die Ergebnisse einen guten Anhaltspunkt für die Wahl geeigneter Sportarten zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

■ Hutterer C

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Quellen:

  1. Porter AK, Schilsky S, Evenson KR, Florido R, Palta P, Holliday KM, Folsom AR. The Association of Sport and Exercise Activities With Cardiovascular Disease Risk: The Atherosclerosis Risk in Communities (ARIC) Study. J Phys Act Health. 2019: 1-8. doi:10.1123/jpah.2018-0671