Kniearthrose: Kollagenpeptide plus Vitamin C lindern Beschwerden
Arthrose ist u. a. eine Folgeerscheinung von Verletzungen und eine der Hauptursachen für Behinderung älterer Menschen. Besonders häufig betroffen ist das Kniegelenk: Bis zu 10 Prozent der Männer und 13 Prozent der Frauen > 60 Jahre leiden an einer schmerzhaften Gonarthrose, die mit 83 Prozent den unrühmlichen ersten Platz aller arthrotischen Erkrankungen belegt und die Lebensqualität erheblich einschränken kann. Im Rahmen der Forschung an wirksamen Therapieoptionen rückt aktuell u. a. die Supplementierung mit hydrolysiertem Kollagen in den Fokus. Spanische Wissenschaftler haben nun in einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie die Wirksamkeit von oral verabreichten Kollagenpeptiden plus Vitamin C bei Kniearthrose untersucht (1).
120 Erwachsene (Alter: 30 bis 81 Jahre; gleiche Anteile Männer und Frauen) mit radiologisch gesicherter, seit mindestens einem halben Jahr symptomatischer zweit- oder drittgradiger Gonarthrose. Je 60 Probanden nahmen bei ansonsten unverändertem Lebensstil sechs Monate lang entweder täglich 10 g hydrolysierte bovine Kollagenpeptide (Typ I und III) plus 80 mg Vitamin C oder ein geschmacklich und optisch identisches Placebo ein. Zu Studienbeginn und -ende wurden jeweils die selbstberichtete Schmerzintensität und funktionelle Beeinträchtigung sowie zwei Entzündungsparameter im Blut bestimmt.
Am Ende des Studienzeitraums war der VAS-Schmerzscore in der Verumgruppe gegenüber dem Ausgangswert um hochsignifikante 43,6 Prozent gesunken (95%-KI: -25,3 bis -29,1; p<0,001), in der Placebogruppe hingegen nur um 6,8 Prozent. Passend zu diesen Werten sank der Schmerzmittelgebrauch in der Verumgruppe signifikant stärker gegenüber der Placebogruppe. Parallel verbesserte sich der von bis ≥14 Punkte reichende Lequesne-Index für Funktionalität unter der Kollagen-Supplementierung um 2,5 Punkte, während er unter Placebo nahezu unverändert blieb. Auch die Entzündungsmarker CRP und BSG gingen durch das Nahrungsergänzungsmittel jeweils signifikant um mehr als die Hälfte zurück, während sie unter Placebo sogar leicht anstiegen. Unerwünschte Ereignisse wurden nicht berichtet; Akzeptanz und Therapietreue waren durchgehend hoch.
Fazit: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie sprechen für einen potenziellen symptomatischen Nutzen einer sechsmonatigen Kollagen-Supplementierung bei zweit- oder drittgradiger Kniearthrose. Als Wirkmechanismus wird eine gesteigerte Synthese von Kollagen und Proteoglykanen in der Chondrozyten-Matrix sowie eine Modulation proinflammatorischer Prozesse vermutet. Aussagen über strukturelle Veränderungen des Gelenks oder einen langfristigen krankheitsmodifizierenden Effekt erlaubt das Design der Untersuchung jedoch nicht.
■ Kura L
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Quellen:
Carrillo-Norte JA, Gervasini-Rodríguez G, Santiago-Triviño et al. Oral administration of hydrolyzed collagen alleviates pain and enhances functionality in knee osteoarthritis: Results from a randomized, double-blind, placebo-controlled study. Contemp Clin Trials Commun. 2024; 43: 101424. doi:10.1016/j.conctc.2024.101424