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Fortsetzung Hochintensives Intervalltraining: HIIT in Kindersport und Therapie

HIIT – was ist damit genau gemeint?

Kinder können also von HIIT profitieren, aber worüber reden wir eigentlich genau? Mit HIIT ist ein hochintensives Intervalltraining als eine Form des Ausdauertrainings gemeint. Diese Trainingsform ist zu unterscheiden von HIT – also hochintensives (Widerstands-)Training – eine Methode des Krafttrainings, mit der die Proteinsynthese angekurbelt werden soll. Im Rahmen von HIIT gibt es viele Variablen, die unterschiedlichste Ausprägungen ermöglichen: Intervallzahl und -länge, Pausenlänge und -gestaltung (aktiv oder passiv), Serienanzahl und die Wahl der Belastungsintensität. Grob können drei Trainingsformen unterschieden werden: kurze, mittlere und lange Belastungs- bzw. Entlastungsdauer.

Tabelle 1 zeigt beispielhaft, wie die Belastungsintensität und Intervalllänge für Kinder und Jugendliche im Nachwuchsleistungssport variiert und entsprechend Alter, Sportart und individuellen Vorlieben variiert werden kann. Allerdings gibt es noch keine wissenschaftlich gestützten Best-Practice-Modelle für die langfristige Trainingsgestaltung. Was die Pausengestaltung zwischen den Intervallen angeht, scheinen Kinder, zumindest bei kurzen Intervallen, stark von einer passiven Pause zu profitieren. In einem Setting mit Laufintervallen und aktiven oder passiven Pausen von jeweils 15 Sekunden liefen die Kinder der letzten Gruppe dreimal so lang und die doppelte Strecke (1).

Tabelle 1: Adaptiert aus (4). Prozentzahlen entsprechen der Intensität ausgehend von der maximalen Leistungsfähigkeit, entweder der maximalen Herzfrequenz (HFmax) oder der Geschwindigkeit bei der maximalen Sauerstoffaufnahme (vV˙O2max). © DZSM 2019

Sinnvoll eingesetzt, verbessert HIIT im Kinder- und Jugendtraining nicht nur deutlich die Leistungsfähigkeit, sondern macht auch Spaß. »Wird HIIT ergänzend zum normalen Training ein- bis zweimal pro Woche zusätzlich eingesetzt, kann man fantasievoller trainieren, beispielsweise mit Staffel-Sprints«, zeigt Prof. Sperlich das Potenzial auf. »Das Gefühl der Kinder darf dabei aber nicht übergangen werden. Sie wissen sehr gut, wann sie eine Pause brauchen. Wenn ein Trainer das ignoriert, sinkt die Motivation und es kann körperlich zu viel werden«. Die Leistungsfähigkeit von Kindern schwankt auch mit den Wachstums­phasen und besonders in der Pubertät. Übertraining, Überlastungsverletzungen und sogar Burn-out können die Folgen sein. Von der American Academy of Pediatrics gibt es hierzu konkrete Empfehlungen (3) zur Trainingsgestaltung. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)