Verschlechtert Syndesmose-Beteiligung das Outcome bei Sprunggelenksverletzung?
Ligamentäre Verletzungen des Sprunggelenks sind im Sport sehr häufig. Die Prognose hängt unter anderem davon ab, welche Strukturen genau betroffen sind, darunter die lateralen und medialen Bänder sowie der Syndesmose-Komplex. Weil der Einfluss einer zusätzlich verletzten anterioren Syndesmose (Ligamentum tibiofibulare anterior inferior/AITFL) auf rehabilitative Outcomes bisher nur unbefriedigend untersucht ist, hat sich eine internationale Kohortenstudie des Themas angenommen (1).
Zu diesem Zweck rekrutierte das Forschungsteam 94 Athleten (87 Prozent männlich, 67 Prozent Profisportler, Durchschnittsalter 24 Jahre) mit akuter, per MRT bestätigter Sprunggelenksverletzung. Bei 28 Patienten war auch das AITFL in Form eines interstitiellen Ödems oder partieller bzw. vollständiger Diskontinuität betroffen, ohne dass jedoch eine klinische Instabilität bestand. Alle Teilnehmer nahmen an einem standardisierten, professionell begleiteten Rehabilitationsprogramm teil, das neben Übungen zur Verbesserung von Kraft, Propriozeption und funktionalen Defiziten auch sportartspezifische Übungen enthielt. Von außen wurde das Gelenk, wenn nötig, individuell durch Orthesen oder Tapeverbände gestützt. Die funktionellen Ergebnisse wurden nach sechs Wochen, sechs Monaten und einem Jahr per Karlsson-Peterson-Score und Foot and Ankle Outcome Score (FAOS) beurteilt.
Dabei stellte sich heraus, dass es keine signifikanten Gruppenunterschiede in den funktionalen Ergebnissen gab: Athleten, deren AITFL mit beteiligt war, kehrten median nach 41,5 Tagen in ihren Sport zurück, während der Return-to-Sports bei Patienten mit reiner Sprunggelenksverletzung nach 36 Tagen erfolgte.
Fazit: Ist bei akuten Sprunggelenksverletzungen zusätzlich die vordere Syndesmose beteiligt, ohne dass eine klinische Instabilität besteht, scheint dies laut der vorliegenden Studie funktionelle Outcomes nicht weiter negativ zu beeinflussen. Dies deutet darauf hin, dass gleichzeitig aufgetretene AITFL-Verletzungen nicht grundsätzlich als Komplikation betrachtet werden müssen, sondern vielmehr mit demselben kriterienbasierten Rehabilitationsansatz behandelt werden können wie reine Sprunggelenkstraumata. Bisherige Studien, die jedoch andere Schwerpunkte legten, sahen zusätzliche AITFL-Verletzungen jedoch durchaus als Prädiktoren für einen verzögerten RtS. Deshalb sollten künftige Studien hier weiter ins Detail gehen.
■ Kura L
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Quellen:
Baltes TPA, Al-Sayrafi O, Al-Naimi MR, Anadani M, Abassi M, et al. Does involvement of the anterior syndesmosis affect the functional outcome of acute ligamentous ankle injuries? J Sci Med Sport. 2025. 28; 4: 305-312. doi:10.1016/j.jsams.2024.11.007