Seite 3 / 6

Fortsetzung Triggerpunkttherapie: Den gordischen Knoten lösen?

Im Zentrum des Schmerzes

Doch trotz fehlender Beweise gibt es viele interessante Hinweise. Untersuchungen mit Mikrokapillaren zeigten beispielsweise, dass sich das biochemische Milieu in einem aktiven MTrP von dem in nicht betroffenem Muskelgewebe unterscheidet. Inflammatorische Mediatoren, Neuropeptide, Katecholamine und Cytokine sind dort erhöht. Von diesen Substanzen ist bekannt, dass sie mit chronischen Schmerzzuständen assoziiert sind.

Zudem ist bekannt, dass es aktive und latente MTrP gibt. Bei ersteren sind alle fünf Diagnosekriterien anzutreffen, bei letzteren fehlt der Wiedererkennungseffekt, wenn der Punkt getriggert wird. Auch die Konzentration der vaso-nozizeptiv-aktiven Substanzen (Bradikinin, Substance P, C-GRP) ist im aktiven MTrP höher.

Vom Trauma zum Triggerpunkt

Zur Ätiologie der MTrP gibt es bislang keine Beweise. Wissenschaftler haben jedoch schlüssige Hypothesen aufgestellt. Demnach führt ein Muskeltrauma, eine Überdehnung, wiederholte Überlastung bei niedriger Intensität oder starke Muskelkontraktionen zu einer erhöhten Ausschüttung von Acetylcholin von der motorischen Endplatte in den synaptischen Spalt. Dadurch ergeben sich ein erhöhter Bedarf an Kalzium, eine intensive Verkürzung der Aktin- und Myosinfilamente und ein Mangel am Energieträger ATP (Energiekrise), Ischaemie und Hypoxie. Die Reaktion der verletzten Faser ist die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren (Bradikinin, Prostaglandin, Serotonin und Histamin). Das wiederum reizt die Schmerzrezeptoren. Bleibt dieser Kreislauf erhalten, bildet sich ein Triggerpunkt.