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Fortsetzung Triggerpunkttherapie: Den gordischen Knoten lösen?

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Erschwerend kommt hinzu, dass bildgebende Verfahren bei Muskulatur und Faszien wenig bis keine relevante Information liefern. Mit den heute gängigen bildgebenden Methoden können MTrP nicht abgebildet oder nachgewiesen werden. Auch eine Biopsie oder Schnittbilder eines solchen Schmerzpunktes sucht man bislang in der wissenschaftlichen Literatur vergebens. Folglich gibt es zur Ätiologie und Pathophysiologie zwar Hypothesen, aber keine gesicherten Erkenntnisse.

»Myofasziale Schmerzen und deren Ursache sind noch immer eine Blackbox. Ich glaube, dass wir in fünf Jahren die notwendigen Ergebnisse vorliegen hätten, auf die die klinischen Beobachtungen hindeuten, wenn deutlich mehr Ressourcen in die Forschung fließen würden«, erklärt Dr. Hannes Müller-Ehrenberg, niedergelassener Facharzt für Orthopädie mit Weiterbildungen in Akupunktur und Chirotherapie sowie zertifizierter Triggerpunkttherapeut.

Bild Hannes Müller-Ehrenberg
Dr. Hannes Müller-Ehrenberg, niedergelassener Facharzt für Orthopädie © Müller-Ehrenberg

Ein weiterer Aspekt, der sich negativ auf die Akzeptanz der Muskulatur als Ausgangspunkt von Schmerzen auswirkt, ist die schlechte Abrechenbarkeit. »Um eine intensive Untersuchung von Muskulatur und Faszien abrechnen zu können, ist eine Ausbildung mit Erlernen der manuellen Techniken notwendig. Diese Ausbildung besitzen jedoch verhältnismäßig wenige Ärzte«, stellt Müller-Ehrenberg fest. Er selbst ist Senior-Instruktor IMTT (Interessengemeinschaft myofasziale Triggerpunkttherapie) und Erster Vorsitzender der medizinischen Gesellschaft für myofasziale Schmerzen (MGMS).