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Fortsetzung Pro Protein – Proteine und ihre Bedeutung in der Ernährung

Dass die Ernährungsweise einen Einfluss auf die Mortalität und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen hat, hat eine Veröffentlichung im New England Journal of Medicine 2017 gezeigt. 48 000 Frauen und 26 000 Männer wurden über 12 Jahre lang in regelmäßigen Abständen über ihre Ernährung befragt und aus den Angaben verschiedene Ernährungs­scores errechnet (Alternate Healthy Eating Index score, Alternate Mediterranean Diet score, Dietary Approaches to Stop Hypertension (DASH)). Bei einer Verbesserung der Scorewerte um die 20-Prozent-Perzentile reduziert sich die Gesamtmortalität um 8 bis 17 Prozent und das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen um 7 bis 15 Prozent. Bei einer Verschlechterung der Ernährungsscores stiegen auch die Risikowerte an (4).

Wie viel von was?

In einem komplexen Geschehen wie der Ernährung geht es vor allem um eine ausgewogene Kombination der Nährstoffe und Nahrungsmittel. Doch es stellt sich immer wieder die Frage, wie diese günstige Kombination aussieht. Die Empfehlungen haben sich über die Jahrzehnte zum Teil massiv verändert. Aktuell zeigt eine Untersuchung an rund 15 500 Erwachsenen, dass die Mortalität am geringsten ist, wenn der Kohlenhy­dratanteil der Ernährung knapp unter 50 Prozent liegt (3). Bei einem KH-Anteil von unter 40 oder über 70 Prozent fand sich die größte Mortalität. Zugleich stellten die Wissenschaftler fest, dass eben genau die Kombination mit den übrigen Makronährstoffen eine Rolle spielt.

Wurde das Energiedelta, das durch die Reduktion der KH entstand, durch tierisches Protein und Fett ausgeglichen, stieg die Mortalität, wurde dagegen pflanzliche Kost verzehrt, sank sie. »In den letzten Jahren findet ein ausgeprägtes Umdenken statt. Zwei große Studien, PURE und Predimed, haben gezeigt, dass nicht die Gesamtfettmenge entscheidend ist, sondern es auf die Art der Fette ankommt«, erklärt Prof. Peter Deibert, Ärztlicher Leiter am Institut für Bewegungs- und Arbeitsmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Abnehmen mit Protein – und Sport

Im direkten Zusammenhang mit diversen Krankheitsrisiken steht das Körpergewicht. Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2, Brustkrebs, Darmkrebs, das Metabolische Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele weitere. Daher wüssten viele Menschen gerne, wie eine Gewichtsreduktion möglichst schnell, aber nachhaltig möglich ist. Die Anzahl unterschiedlicher Diäten erzählt von diesem Wunsch.

Ein Vergleich der Diätformen zeigte, dass es für die Gewichtsreduktion keine Rolle spielt, ob eine Ernährungsform mit Fokus auf Fetten, Proteinen oder Kohlenhydraten gewählt wird (2). Jede Diät funktioniert nur, wenn die Diätvorschriften eingehalten werden. Dennoch kann es sinnvoll sein, eine Diät mit erhöhtem Prote­inanteil zu wählen. Prof. Deibert, der sich mit seiner Abteilung besonders des Sojas als Proteinquelle angenommen hat, erklärt, warum: »Ein hoher Proteinanteil während einer Diät funktioniert und hat zwei Vorteile. Proteine machen gut und lange satt und führen zu einer geringeren Insulinantwort als Kohlenhydrate. Zugleich verhindert ein hoher Proteinanteil, dass die Muskelmasse während der Diät abnimmt. (Weiter im Text auf der nächsten Seite)

Prof. Dr. Peter Deibert, Ärztlicher Leiter Institut für Bewegungs- und Arbeitsmedizin, Universitätsklinikum Freiburg © Deibert