„Low Carb“-Ernährung im Sport: Eine kurze Übersicht zu aktuellen Erkenntnissen und potentiellen Risiken

Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Übersichtsarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.

„Low Carb“-Ernährung im Sport:  Eine kurze Übersicht zu aktuellen Erkenntnissen und potentiellen Risiken
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Spezielle Ernährungsformen, die auf eine Kohlenhydratreduktion abzielen, werden zunehmend im Freizeit- und Leistungssport kommuniziert und praktiziert. Durch „low carb“ soll die Fettoxidation erhöht werden, daher wird angenommen, dass durch die entsprechenden Anpassungen des Fettstoffwechsels die Leistungsfähigkeit im Ausdauersport verbessert werden könne. In der Praxis wird „low carb“ oft unstrukturiert, und ohne gesundes Basiswissen zur Ernährung umgesetzt.

Durch Fehlinformationen von Betreuern und Trainern wird immer wieder ein falsches Bild zur Bedeutung der Kohlenhydrate im Sport vermittelt, so dass unter Athleten eine regelrechte Angst vor dem Verzehr von Kohlenhydraten besteht. „Low carb“ wird hingegen als die revolutionäre Form der Sporternährung gepriesen, wobei die potentiellen Risiken oft nicht berücksichtigt werden.

Die Studienlage zur „Low Carb“-Ernährung im Sport zeigt insgesamt keine Vorteile für die Leistungsfähigkeit.

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass durch eine kohlenhydratarme Ernährungsweise zwar der Fettstoffwechsel erhöht werden kann. Allerdings gibt es bisher noch keine neuen Studien, die extreme „low carb“ oder sogar ketogene Diäten im Sport unter Berücksichtigung einer Verbesserung der Leistungsfähigkeit rechtfertigen können. Vielmehr sollten gesundheitliche Risiken, die mit „low carb“ einhergehen können, wie erhöhte Infekt- und Verletzungsanfälligkeit, Stress und Übertraining nicht außer Acht gelassen werden.

Im Allgemeinen sollte im (Leistungs)Sport weder eine ausschließliche „high“ noch „low carb“ Ernährung zum Einsatz kommen. Vielmehr wird eine variable Kohlenhydrataufnahme, die sich an der jeweiligen Sportart, den Trainingszielen sowie dem Trainingszyklus orientiert, empfohlen.

■ Mosler S

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