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Fortsetzung Impfungen bei Leistungssportlern

Impfempfehlungen – wer braucht was?

Grundsätzlich unterscheiden sich die Impfempfehlungen für Sportler nicht deutlich von denen für die Allgemeinbevölkerung. Impfungen, die laut der Ständigen Impfkommission STIKO des Robert-Koch-Instituts alle Sportler haben sollten, sind:

– Tetanus
– Diphtherie
– Polio
– Keuchhusten
– Hepatitis A
– Hepatitis B
– Influenza
– Masern
– Mumps

Für Athleten, die viel draußen trainieren und in einem FSME-Risikogebiet leben oder zum Trainieren in ein solches reisen, ist die FSME-Impfung empfehlenswert. Die Windpockenimpfung ist sinnvoll für jugendliche Sportlerinnen und Sportler, die in der Kindheit keine Windpocken hatten. Da die Erkrankung mit steigendem Lebensalter tendenziell deutlich schwerer verläuft und Komplikationen wie Lungenentzündungen oder bakterielle Superinfektionen häufiger auftreten, sollte ein Immunschutz bestehen.

Grippeimpfung: Bei Athleten sogar wirksamer

Eine Grippeerkrankung kann auch bei jungen, leistungsfähigen Sportlern schwer verlaufen und für Trainings- und Wettkampfausfälle von mehreren Wochen sorgen. Eine Untersuchung an Leistungssportlern und Kontrollpersonen ergab, dass die Grippeimpfung bei Spitzensportlern sogar besser wirkt als bei Personen der Kontrollgruppe und die Nebenwirkungen mild sind (5). Keiner der 45 Sportler, die während einer regulären Trainingsphase gegen Grippe geimpft wurden, wurde in seinem Trainingsprogramm beeinträchtigt. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Impfung innerhalb von zwei Stunden oder 24 bis 26 Stunden nach der letzten Trainingseinheit verabreicht wurde (7). Die Autoren leiten aus ihren Ergebnissen die Empfehlung ab, dass sich Leistungssportler jährlich gegen die saisonale Grippe impfen lassen sollten. Ratsam ist eine Impfung ab Oktober, da die Influenza-Erreger vor allem während der Herbst- und Wintermonate zirkulieren.

Impfungen von Leistungssportler: Was beachtet werden sollte

Bei Leistungssportlern gibt es einige Dinge, die beachten sollten. Lokale Reaktionen an der Einstichstelle treten bei Impfungen häufig und innerhalb kurzer Zeit (6-72 Std.) auf und vergehen innerhalb von höchstens einer Woche. Zu injizierende Impfungen werden meist in den Deltamuskel am Oberarm oder subkutan bzw. intradermal in dieser Region gespritzt. Typische Reaktionen sind Schmerzen und eine leichte Schwellung. Wenn möglich, sollte z. B. bei Werfern oder Schlägersportlern die Impfung in den nicht-dominanten Arm gegeben werden.

Der Zeitpunkt der Impfung sollte an die zu erwartende Impfreaktion angepasst werden. Diese sollte mindestens zwei Wochen vor einem Wettkampf abgeschlossen sein (3). Bei inaktivierten Impfstoffen (sog. Totimpfstoffen wie Tetanus, Diphtherie, Hepatitis A und B, Keuchhusten) sind die Nebenwirkungen innerhalb der ersten Tage nach der Impfung zu erwarten, bei attenuierten Impfstoffen (sog. Lebendimpfstoffen wie Masern, Mumps, Varizellen) etwa innerhalb von 10 bis 14 Tagen. Systemische Reaktionen, etwa in Form einer allergischen Reaktion auf Komponenten des Impfstoffs oder eines anaphylaktischen Schocks, sind selten: Für die Grippe- und Masernimpfung etwa liegen die Wahrscheinlichkeiten bei 1:10 Millionen bzw. 1:100 000 Dosen. Günstige Zeitpunkte für Impfungen sind generell der Beginn von Regenerations- oder Urlaubsphasen sowie kurz vor Winter- und Sommerpausen. Trotzdem sei darauf hingewiesen, dass diverse Untersuchungen keinerlei negative Einflüsse intensiver körperlicher Belastung auf die Immunreaktion und auf die Häufigkeit bzw. Schwere von Impfreaktionen ergeben haben. Bei Bedarf können notwendige Impfungen folglich auch während Trainings- oder Wettkampfphasen gegeben werden. (Weiter im Text: nächste Seite 3 von 3)