Intensive Sporttherapie nach allogener Stammzelltransplantation

Einleitung

Eine Stammzelltransplantation (SZT) führt zu deutlichen physischen und psychischen Belastungen. Körperliche Aktivität erweist sich als effektives Mittel, die medizinischen Therapien besser zu bewältigen. In diesem Fallbericht sollen die Möglichkeiten einer modernen Trainingstherapie exemplarisch geschildert werden.

Methoden

Eine Patientin mit akuter myeloischer Leukämie (AML) wurde 2x/Woche über ein Jahr nach allogener SZT stationär und anschließend ambulant sportmedizinisch betreut. Auf Station trainierte sie mit sehr kurzen Intervallen auf dem Fahrradergometer (5-10x20sec) und 2-4 Kraftübungen (5-10 Wiederholungen; 1-2 Serien) entsprechend der Borg-Skala (<14). Ambulant fand das Fahrrad- und Laufbandergometertraining mit 2-5×1-10min intensiven Intervallen bei 90% HFpeak statt, die von mindestens gleich langen Intervallen bei 70% HFpeak unterbrochen wurden. Kombiniert wurde ein gerätegeführtes Krafttraining (4-6 Geräte; 8-20 Wiederholungen; 2-3 Serien; Borg-Wert <15). Zum Abschluss der Sporttherapie konnte ein 10km-Lauf im Freien absolviert werden. Eine Spiroergometrie überprüfte die Erfolge des ambulanten Trainings.

Ergebnisse

Die maximale Sauerstoffaufnahme nahm um 14,6ml/min/kg zu (≙57,7%), die individuell anaerobe Schwelle (IAS) um 54,9 Watt (≙96,7%), Trainingslast um 136,8 Watt (≙118,8%), Hämoglobin um 4,0g/dl (≙38,1%), Thrombozyten um 22,0 Giga/l (≙12,6%) und Leukozyten um 2,0 Giga/l (≙66,7%). Während des 10km-Laufs kam es zu einem Abfall der NK-, T- und zytotoxischen T-Zellen.

Diskussion

Dieser Fall zeigt exemplarisch die großen Möglichkeiten des sportmedizinischen Trainings auf, die auf Station beginnt und als anschließende intensivierte ambulante Nachsorge fortgeführt wird.

■ Schulz S, Jacobsen E, Prokopchuk D, Otto S, Steinacker JM, Schulz AS