Ernährung in der Rehabilitationsphase nach Sportverletzungen

Ernährung in der Rehabilitationsphase nach Sportverletzungen
© somegirl / Adobe Stock

Eine bedarfsgerechte Ernährung ist für Athleten nicht nur aus Leistungsgründen relevant. Auch in der Rehabilitation von Sportverletzungen spielt sie eine wichtige Rolle – unter anderem deshalb, weil dabei das von Nährstoffen abhängige Immunsystem beteiligt ist. In einem aktuellen Fortbildungsbeitrag wird die Beziehung zwischen Ernährung, Immunfunktion und Sportverletzungen untersucht. Er beleuchtet neben dem negativen Einfluss unzureichender Ernährung auf das Verletzungsrisiko v. a. die Chancen einer angepassten Ernährungs- und Supplementierungsstrategie während der muskuloskelettalen Genesungsphase (1).

Dass intensiver Sport komplexe Auswirkungen auf die menschliche Immunfunktion hat, ist bekannt. Positive Effekte werden etwa durch die Modulation der Immunantwort erreicht, die durch regelmäßiges moderates Training immer wieder aktiviert wird. Im Gegenteil wirkt wiederholtes erschöpfendes Training als Stressor, der langfristig zu Immunsuppression führen kann, u. a. durch andauernde hohe Cortisolspiegel. Gleichzeitig produziert der Körper unter akuter Anstrengung mehr Entzündungsmarker, was einerseits zu erwünschten Trainingsanpassungen führt, das Gewebe jedoch anfälliger für Versagen macht. Wie die Immunreaktion auf intensives Training ausfällt, ist zu einem gewissen Teil genetisch determiniert und deshalb unveränderlich. Gezielt drehen kann man jedoch an den Stellschrauben Ernährung und Erholung.

In der Sportimmunologie spielt Ernährung eine große Rolle. Experten sind sich darin einig, dass Mangelernährung, insbesondere eine niedrige Energieaufnahme (< 30 kcal/kg Körpergewicht pro Tag; empfohlen werden 45 kcal/kg Fettfreie Masse), die Entstehung von chronischer LEA (low energy availability) fördern und dadurch das Verletzungsrisiko erhöhen kann. Nach bereits stattgehabter Verletzung zehren die physiologischen Schritte des Genesungsprozesses – Entzündung, Zellproliferation und Zellumbau – stark an den Energie- und Nährstoffreserven. Muss die Aktivität reduziert oder eine Extremität gezwungenermaßen ruhiggestellt werden, wird der Teufelskreis durch metabolische Umbauprozesse noch verstärkt. Deshalb sollten verletzte Sportler in der Rehabilitationsphase besonders auf eine ausreichende Zufuhr bestimmter Mikro- und Makronährstoffe achten, die idealerweise aus hochwertigen Nahrungsmitteln und nur, wenn nicht anders möglich, aus Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) stammen sollten:

Quelle: Angaben aus (1) © DZSM 2025

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren, Kreatin, Kollagen/Gelatine oder Präbiotika bei Sportverletzungen könnten Vorteile bieten, die aber noch nicht vollumfänglich untersucht sind. Für am Immunsystem beteiligte Mikronährstoffe wie Zink, Selen und Antioxidantien (z. B. Vitamin A, C, E) gilt das Gleiche.

Die Autoren der Studie plädieren für regelmäßige Evaluierungen des Ernährungszustands, der Körperzusammensetzung und der Blutwerte von Athleten, um das Risiko für Sportverletzungen zu minimieren und ggf. die Genesung zu fördern. Interdisziplinäre Behandlungsansätze sollten entsprechende Edukation inkludieren.

■ Kura L

Quellen:

  1. Kozjek NR, Tonin G, Gleeson M. Nutrition for optimising immune function and recovery from injury in sports. Clin Nutr ESPEN. 2025; 66: 101-114. doi:10.1016/j.clnesp.2025.01.031