Risikobewertung des RED‑S und Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und Leistungsfähigkeit bei Athleten
Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.
Hintergrund
Relative Energy Deficiency in Sport (RED-S) entsteht durch eine dauerhaft unzureichende Energieverfügbarkeit und kann vielfältige negative Auswirkungen auf Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Athletinnen und Athleten haben. Daten zur Prävalenz und Relevanz von RED-S bei indischen Athleten sind bislang jedoch begrenzt. Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz des RED-S-Risikos zu bestimmen und den Zusammenhang zwischen niedriger Energiezufuhr und körperlicher Leistungsfähigkeit bei jungen Athletinnen und Athleten zu untersuchen.Ausdauer
Methoden
In die Studie wurden 316 Ausdauerathletinnen und -athleten im Alter von 18 bis 25 Jahren auf Staats- und Nationalniveau aus Tamil Nadu (Indien) mittels gezielter Stichprobenziehung eingeschlossen. Das RED-S-Risiko wurde mithilfe des Relative Energy Deficiency in Sport Screening Tools (RST) erfasst. Die Ernährungsgewohnheiten wurden durch 24-Stunden-Recall sowie einen Food-Frequency-Fragebogen erhoben. Die körperliche Leistungsfähigkeit wurde anhand standardisierter Tests zur kardiovaskulären Ausdauer, muskulären Ausdauer, Muskelkraft und Flexibilität bewertet. Die statistische Analyse erfolgte mittels Chi-Quadrat-Tests und ANOVA.
Ergebnisse
Ein moderates bis hohes RED-S-Risiko wurde bei 73 % der weiblichen und 51 % der männlichen Athleten festgestellt (χ² = 8,58; p < 0,01). Die mittlere Energie- und Nährstoffzufuhr lag bei beiden Geschlechtern unterhalb der ICMR-RDA-2024-Empfehlungen. Athletinnen und Athleten mit niedrigem RED-S-Risiko zeigten signifikant bessere Werte in der kardiovaskulären und muskulären Ausdauer sowie in der Flexibilität im Vergleich zu Hochrisiko-Gruppen (p < 0,05). Der Zusammenhang zwischen niedriger Energiezufuhr und reduzierter Leistungsfähigkeit war insbesondere bei weiblichen Athletinnen ausgeprägt.
Schlussfolgerung
Die Studie liefert erste quantitative Evidenz für eine hohe Prävalenz des RED-S-Risikos bei indischen Athletinnen und Athleten und zeigt dessen Zusammenhang mit unzureichender Energiezufuhr sowie eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit. Frühzeitiges Screening sowie gezielte ernährungsmedizinische Interventionen sind essenziell, um die Gesundheit zu schützen und die sportliche Leistungsfähigkeit zu optimieren.
■ Kozhukkunnon A,Mageshwari Subbiah UM