Die Herzgruppensituation in Deutschland

Die Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e. V. (DGPR) wurde 1958 als »Verein für Rehabilitation« gegründet. Auf dieser Basis entwickelte sich 1990 die Deutsche Gesellschaft Prävention und Rehabilitation. Diese Gesellschaft besitzt die Fachkompetenz für die Herzgruppen in Deutschland.

»Die Herzgruppe ist eine Gruppe von Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-­Erkrankungen, die sich auf ärztliche Verordnung unter Überwachung und Betreuung des anwesenden Herzgruppenarztes und einer dafür qualifizierten Fachkraft regelmäßig trifft. Gemeinsam werden im Rahmen des ganzheitlichen Konzeptes durch Bewegungs- und Sporttherapie, Erlernen von Stressmanagementtechniken, Änderungen im Ess- und Genussverhalten und durch psycho-soziale Unterstützung  Folgen der Herzkrankheit kompensiert und Sekundärprävention angestrebt.« Dabei richten sich die Ziele an den Inhalten der ganzheitlichen kardiologischen Rehabilitation aus.

Zur Entwicklungsgeschichte der Herzgruppen in Deutschland

1982 entwickelte sich über die Landesorganisationen der DGPR erstmals die Basis für wohnortnahe Betreuung der Patienten in Herzgruppen. Diese Entwicklung stellte die konsequente Umsetzung der Rehabilitationsphasen von der Akutklinik über die Rehabilitationskliniken bis zum wohnortnahen Herzgruppenangebot (WHO Phase I-III) dar. In Abbildung 1 wird die Herzgruppenentwicklung in Deutschland dargestellt.

Laut §44 Abs. 3 5GB IX und § 43 SGB V besteht für Menschen mit vorhandener oder drohender Behinderung sowie chronischer Erkrankung ein Anspruch auf ergänzende Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben. In erster Linie wird diese Gesetzesvorgabe von den in der Rahmenvereinbarung für Rehabilitationssport und Funktionstraining festgelegten Leistungserbringern angeboten. Die Umsetzung der Rahmenbedingungen erfolgt über die Rahmenvereinbarung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation.

Die nachweislichen Probleme in der Herzgruppensituation und -betreuung in Deutschland bedarf einer Aufklärung zu Schnittstellenproblemen der WHO Phase I-III. Lösungsansatz könnte eine flächendeckende Information über die kardiologische Rehabilitation sein. Weiterhin ist eine Bündelung der Aktivitäten von Fachverbänden notwendig.

Die Ausbildung ist unter dem Gesichtspunkt der Problematik Herzgruppenarzt abzustimmen, dies erfolgte durch die Aufnahme der Herzgruppen in das Curriculum der Ausbildung zum Sportmediziner. Die Übungsleiterproblematik mit Vorhaltung lizensierter Übungsleiter soll durch den »Herzgruppenleiter der DGPR« gelöst werden (s. Qualifikationsanforderungen BAR). Abschließend bedarf es neuer Ansätze in der Phase III, um bedarfsgerechte Angebote, wie Herzinsuffizienz-Gruppen, unterbreiten zu können.

Es ist viel zu tun, um die ganzheitliche kardiologische Rehabilitation bedarfsgerecht anzubieten und zu erhalten. Aus diesem Grund werden wir Sie weiter informieren, um gemeinsame Lösungen zu finden.

Bild Entwicklung der Herzgruppen in Deutschland
Entwicklung der Herzgruppen in Deutschland bis 2012; interner Bericht der DGPR © Ritter P,
Kontaktadressen

Deutsche Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen e. V. www.dgpr.de
www.herzgruppenservice.de (hier finden Sie auch die Kontaktadressen der Landesorganisationen)

Rindsland J, Haberecht O