Dropout und Therapietreue von Herzpatienten in Rehabilitationssportgruppen – eine Übersicht über einschlägige Studien

Dropout und Therapietreue von Herzpatienten in Rehabilitationssportgruppen – eine Übersicht über einschlägige Studien
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Einleitung

Rehabilitationssport hat in Deutschland eine lange Tradition und nimmt eine zentrale Stellung im Rehabilitationsprozess ein. Daher wird nach einer auf die Akutphase folgenden Anschlussheilbehandlung (AHB) häufig der Besuch einer Rehabilitationssportgruppe verordnet. Allerdings schließen sich nicht alle Patienten einer solchen Gruppe an (ausbleibende Initiierung) bzw. beenden die Teilnahme nach kurzer Zeit (Dropout bzw. ausbleibende Stabilisierung), sodass oftmals keine (dauerhafte) Therapietreue beobachtet werden kann. Trotzdem Initiierung, Dropout und Therapietreue in Rehabilitationssportgruppen in Deutschland also von zentraler Bedeutung sind, wird deren wissenschaftliche Betrachtung dieser Wichtigkeit bisher nicht gerecht. Übersichtsarbeiten, bei denen der Fokus auf der Therapietreue von Herzpatienten in Rehabilitationssportgruppen nach einer AHB liegt, existieren bislang gar nicht.

Methode

Dieser Forschungslücke wird durch die eine Übersichtsarbeit in Form eines narrativen Reviews begegnet, welches Studien betrachtet, die im deutschen Gesundheitssystem durchgeführt wurden und Auskunft über Initiierungs-, Stabilisierungs- und Dropout-Quoten von Herzpatienten in Rehabilitationssportgruppen geben.

Ergebnisse

In neun Studien werden für Herzpatienten nach Abschluss der AHB Initiierungsquoten zwischen 18,5% und 51,1% beschrieben. Die Dropout-Quoten liegen zu unterschiedlichen Messzeitpunkten und für inhomogene Patientengruppen zwischen 3,4% und 50%, so dass die beobachtete Therapietreue von 13% bis 42,6% variiert.

Diskussion

Zu beachten ist, dass die zusammengestellten Daten z. B. aufgrund abweichender Messzeitpunkte und inhomogener Patientengruppen nicht ohne weiteres vergleichbar sind. Außerdem erfassen sie nicht die gesamte sportliche Aktivität, da diese auch außerhalb spezieller Sportgruppen erfolgen kann.

■ Könecke T, Primke D, Simon P