Sportmotorische Leistungstests und ihr prognostischer Wert im Jugendsport

Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.

Sportmotorische Leistungstests und ihr prognostischer Wert im Jugendsport
Symbolbild (KI-generiert)

Ziele

Ziel der Studie ist die Identifikation modifizierbarer Risikofaktoren für Verletzungen und Überlastungsbeschwerden bei Jugendathletinnen und Jugendathleten durch den Einsatz einer strukturierten sportmotorischen Testbatterie. Dies soll die Entwicklung sportartspezifischer Präventionsstrategien unterstützen.

Methoden

Es handelt sich um eine prospektive Multi-Kohorten-Studie mit Jugendathleten im Alter von 11–17 Jahren aus vier Sportarten: Fußball, Feldhockey, Tennis und Golf. Die Testbatterie bewertet Mobilität, Gleichgewicht, motorische Kontrolle, Rumpfstabilität, Sprungleistung, Kraft und Ausdauer. Verletzungen werden über zwei Jahre vierteljährlich mittels standardisierter Fragebögen erfasst, ergänzend werden funktionelle und subjektive Skalen zu Studienbeginn und im Verlauf erhoben. Die Auswahl der Tests erfolgte nach klinischer Relevanz, Durchführbarkeit und minimalem Geräteaufwand. Eine standardisierte Schulung der Tester und SOP gewährleisten die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.

Ergebnisse

Bis Juli 2025 haben 644 Athletinnen und Athleten die Baseline-Tests abgeschlossen, darunter 285 Fußballer, 263 Hockeyspieler, 58 Tennisspieler und 38 Golfer. 177 Teilnehmer wurden bereits nachgetestet. Die Datenanalyse wird Korrelationen zwischen Testergebnissen, Verletzungsauftreten und individuellen Parametern wie Peak Height Velocity, Aktivitätsniveau und Dominanz der Extremitäten untersuchen.

Schlussfolgerungen

Die Studie schließt eine Forschungslücke im Bereich der Verletzungsprävention bei Jugendathleten. Die einfache, zeiteffiziente und breit anwendbare Testbatterie ermöglicht die frühe Identifikation von Verletzungsrisiken und kann die Entwicklung langfristiger, evidenzbasierter Präventionsstrategien im Nachwuchssport unterstützen.

■ Welsch G, Keller M, Kurz E, Belau MH, Iken P, Lahmann-Lammert L, Schultz L, Lewandowsky GC, Glismann K