Nieren: Krafttraining während Dialyse vermindert inflammatorische Prozesse

Nieren: Krafttraining während Dialyse vermindert inflammatorische Prozesse
© Crystal light / Adobe Stock

Die Niere ist viel mehr als nur ein Ausscheidungsorgan. Aufgrund ihrer vielfältigen Aufgaben leiden Menschen mit chronischen Nierenkrankheiten häufig auch an anderen Erkrankungen. Eine Analyse von knapp 2,6 Millionen Krankenakten ergab, dass Nierenpatienten die höchste Zahl von Komorbiditäten haben (im Mittel 4,2 zusätzliche Erkrankungen), die größte Zahl verschriebener Medikamente einnehmen (durchschnittlich 14,2), das höchste Sterberisiko (6,6 Prozent pro Jahr) und das größte Risiko haben, binnen eines Jahres stationär pflegebedürftig zu werden (2,0 Prozent) (2).

Patienten mit einer chronischen Nierenerkrankung sind häufig körperlich inaktiv und ihre Leistungsfähigkeit ist vermindert. Die Erkrankung führt zu Manifestationen und Veränderungen in unterschiedlichen homöostatischen und oxidativen Systemen, unter anderem in der purinergen Signalkaskade, die für die Immunfunktion, bei Schmerz, Entzündungsvorgängen, Zellteilung, oxidativem Stress und der Thrombozytenaggregation eine wichtige Rolle spielt. Brasilianische Wissenschaftler haben nun untersucht, ob ein Krafttraining während der Dialyse diese Prozesse beeinflusst (1). Aerobes Training wurde in der Vergangenheit bereits eingesetzt, um bei Dialysepatienten die maximale Saustoffaufnahme, den Blutdruck, die Blutfette und die psychische Gesundheit der Patienten zu verbessern.

Für die Studie wurden 34 Patienten rekrutiert, die über acht Wochen dreimal wöchentlich während der Dialyse ein Krafttraining mit 12 Übungen für unterschiedliche Muskelgruppen durchführten. Vor Beginn des Trainings und nach Abschluss des Programms wurde die muskuloskelettale Fitness mittels Sitting-Rising-Test gemessen, ein oxidatives Profil erstellt und die purinerge Enzymaktivität bestimmt.

Im Sitting-Rising-Test verbesserten sich 75 Prozent der Teilnehmer. Das Krafttraining verringerte zudem signifikant die Marker für oxidativen Stress, in dem sowohl enzymatische Schutzmechanismen (z. B. durch die Superoxid-Dismutase und Glutathion-Peroxidase) als auch enzymunabhängige Vorgänge (z. B. über Tocopherol/Vitamin E, Ascorbinsäure/Vitamin C und Glutathion) aktiviert wurden. Die Aktivität der Enzyme des purinergen Systems war nach der Trainingsphase signifikant niedriger.

■ Hutterer C

Ähnliche Beiträge zum Thema finden Sie weiter unten!

Quellen:

  1. Pelinski da Silveira M, Mânica A, Garcia de Souza JV, Krilow C, Ambrosi PAC, Siepko CM, Da Silva Rosa Bonadiman B, Bagatini MD, Resende e Silva DT. Exercise Changes Oxidative Profile and Purinergic Enzymes Activity in Kidney Disease. Am J Sports Sci. 2018; 6: 175-181. doi:10.11648/j.ajss.20180604.17

  2. Tonelli M, Wiebe N, Manns BJ, Klarenbach SW, James MT, Ravani P, Pannu N, Himmelfarb J, Hemmelgarn BR. Comparison of the Complexity of Patients Seen by Different Medical Subspecialists in a Universal Health Care System. JAMA Netw Open. 2018; 1: e184852. doi:10.1001/jamanetworkopen.2018.4852