Handgelenkgetragene Inertialsensoren zur Technikdiagnostik und Verletzungsprävention im Hammerwurf – eine sportmedizinische Perspektive
Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.
Diese Pilotstudie untersucht die Anwendung eines handgelenkbasierten Sensors zur Erfassung leistungsrelevanter Parameter im Hammerwurf. Über mehrere Würfe wurden 19 biomechanische Kennwerte abgeleitet, darunter maximale Beschleunigungen, Integrale zur Abschätzung der Geschwindigkeitsentwicklung sowie Quotienten zwischen frühen und späten Wurfphasen zur Analyse der Beschleunigungsprogression. Ziel war es, individuelle technische Profile zu erstellen und die Bewegungsstabilität über mehrere Versuche zu bewerten.
Die Daten wurden aus der resultierenden Beschleunigung in drei Achsen berechnet und mittels Tiefpassfilter (5 Hz) vom Hochfrequenzrauschen bereinigt. Aus den Beschleunigungskurven ließen sich Phasendauern, maximale Beschleunigungen und Beschleunigungsquotienten ableiten, die eine objektive Segmentierung der vier Wurfphasen ermöglichten. Höher entwickelte Athleten zeigten deutlich mehr signifikante Korrelationen zwischen Sensorparametern und Wurfweite als weniger erfahrene. Bei den fortgeschrittenen Sportlern war die Leistung besonders durch maximale Beschleunigungen und integrierte Geschwindigkeitssignale in den letzten Wurfphasen geprägt.
Die Analyse der Bewegungsvariabilität über mehrere Würfe mittels Variationskoeffizienten (CV 0,103–0,134) zeigte, dass geringere Variabilität häufig mit stabileren Bewegungsmustern einhergeht, aber nicht zwangsläufig mit größerer Wurfweite korreliert.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass handgelenkbasierte Sensoren eine praktikable Methode zur objektiven Leistungsdiagnostik, zur Identifikation technischer Schwächen und zur Unterstützung präventiver Maßnahmen darstellen. Zukünftige Studien könnten den Einfluss unterschiedlicher Wurfgewichte und longitudinaler Trainingsbelastungen untersuchen, um Technik, Bewegungsstabilität und Verletzungsprävention gezielt zu optimieren.
■ Tiedemann S, Harnapp S, Witte K.