Die Wirksamkeit von Kryotherapie und Kompressionstherapie zur Optimierung der Regenerationsprozesse bei Fußballspielern

Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Review) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.

Die Wirksamkeit von Kryotherapie und Kompressionstherapie zur Optimierung der Regenerationsprozesse bei Fußballspielern
© Bernardo / Adobe Stock

Hintergrund

Die steigenden physischen Anforderungen im modernen Fußball erhöhen den Bedarf an effektiven Regenerationsstrategien nach Wettkämpfen deutlich. Während Kryotherapie und Kompressionstherapie im Leistungssport weit verbreitet eingesetzt werden, ist ihre spezifische Wirksamkeit im Fußball bislang nur unzureichend systematisch zusammengefasst.

Zielsetzung

Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit war die umfassende Bewertung der Wirksamkeit von Kryotherapie, Kompressionstherapie sowie deren kombinierter Anwendung zur post-match Regeneration bei Fußballspielern auf Basis hochwertiger wissenschaftlicher Evidenz.

Methoden

Die systematische Übersichtsarbeit wurde gemäß den PRISMA-2020-Leitlinien durchgeführt und im PROSPERO-Register (CRD42024613263) registriert. Es wurden neun Datenbanken systematisch für den Zeitraum Januar 2013 bis September 2025 durchsucht. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien, systematische Reviews sowie Metaanalysen, die den Einsatz von Kryotherapie und/oder Kompressionstherapie zur Regeneration nach Fußballspielen untersuchten. Die methodische Qualität der Studien wurde mithilfe der Critical Appraisal Tools des Joanna Briggs Institute bewertet.

Ergebnisse:

Von insgesamt 4.847 identifizierten Publikationen erfüllten 15 Studien die Einschlusskriterien und umfassten 2.234 Teilnehmende (mittleres Alter 22,8 ± 4,1 Jahre; 91 % männlich). Die eingeschlossenen Arbeiten bestanden aus 10 randomisierten kontrollierten Studien, 3 systematischen Reviews und 2 Metaanalysen. Die stärkste Evidenz lag für die Kaltwasserimmersion vor (7 Studien), gefolgt von Kompressionstherapie (4 Studien), kombinierten Interventionen (3 Studien) und Ganzkörper-Kryotherapie (2 Studien). Kaltwasserimmersion führte zu einer signifikanten Reduktion des Muskelkaters im Vergleich zur passiven Erholung (mittlere Differenz: -1,6 VAS-Einheiten; 95 %-KI: -2,4 bis -0,8; p < 0,001) sowie zu einer verbesserten Leistungsregeneration (Effektstärke: 0,68; 95 %-KI: 0,42–0,94; p < 0,001). Kompressionstherapie zeigte eine moderate Wirksamkeit hinsichtlich der Schmerzreduktion (Effektstärke: 0,45; 95 %-KI: 0,21–0,69; p = 0,002). Die Qualitätsbewertung ergab, dass 73,3 % der Studien ein niedriges Verzerrungsrisiko aufwiesen.

Schlussfolgerung

Die Evidenz spricht insgesamt für den Einsatz von Kryotherapie und Kompressionstherapie zur Unterstützung der Regeneration im Fußball. Besonders wirksam erscheinen 10–15 Minuten Kaltwasserimmersion bei 10–15 °C unmittelbar nach dem Spiel sowie der ergänzende Einsatz von Kompressionstherapie in längeren Erholungsphasen. Bei der Interpretation subjektiver Regenerationsparameter sollten jedoch mögliche Placebo-Effekte berücksichtigt werden.

■ Sable HR, Chivate D, Motimath B

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