Strategien zur Minimierung von Selektionsverzerrungen in digitalen bevölkerungsbasierten Studien in den Sport- und Gesundheitswissenschaften: Methodische und empirische Einblicke aus der COMO-Studie
Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.
Sinkende Teilnahmequoten und selektive Beteiligung stellen zentrale Herausforderungen für bevölkerungsbasierte Gesundheitsstudien dar – verstärkt seit der COVID-19-Pandemie. Die COMO-Studie zielt darauf ab, gesundheitliche Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland im Längsschnitt zu erfassen hierbei ist es besonders wichtig Selektionsverzerrungen systematisch zu minimieren.
In der ersten Erhebungswelle (2023/24) wurden über 35.000 Familien kontaktiert, von denen 15 % vollständig teilnahmen. Die Studie nutzte ein zweistufiges Stichprobenverfahren, multimodale Kontaktstrategien und entwickelte ein gewichtetes Design zur Korrektur von Verzerrungen. Reminder-Maßnahmen, inklusive Kommunikationsmaterialien und nicht-monetäre Anreize erwiesen sich als hilfreich, konnten jedoch systematische Unterrepräsentation bestimmter Gruppen (z. B. Jugendliche, Jungen, Haushalte mit niedrigem sozioökonomischem Status) nicht vollständig kompensieren. Qualitative Rückmeldungen verdeutlichten technische, emotionale und vertrauensbezogene Barrieren.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit partizipativer und inklusiver Forschungsansätze, um Repräsentativität und Gesundheitsgerechtigkeit in digitalen Panelstudien zu fördern. Die COMO-Studie bietet praxisrelevante methodische Impulse zur Weiterentwicklung digitaler Gesundheitsforschung mit Fokus auf vulnerable Zielgruppen.
■ Niessner C, Reiß F, Sand M, Knirsch F, Behn S, Hanssen-Doose A, Kaman A, Reichert M, Olfermann R, Wagner P, Worth A, Klein, T, Fleps M, von Haaren-Mack B, Ravens-Sieberer U, Woll A, Volk C, COMO Study Group