Integration einer UV-Schutzberatung in die sportmedizinische Untersuchung: Eine explorative Studie

Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.

Integration einer UV-Schutzberatung in die sportmedizinische Untersuchung: Eine explorative Studie
Symbolbild (KI-generiert)

Zielsetzung

Athletinnen und Athleten, die regelmäßig im Freien trainieren, sind vermehrt ultravioletter (UV-)Strahlung ausgesetzt, einem der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Dennoch wird die Bedeutung eines adäquaten UV-Schutzes im Sportkontext bislang nur unzureichend thematisiert. Vor diesem Hintergrund wurde eine strukturierte Strategie zur UV-Schutzberatung (UVPC) im Rahmen verpflichtender sportmedizinischer Eingangsuntersuchungen (PPE) entwickelt. Ziel der vorliegenden Studie war es, die UV-Exposition und das Schutzverhalten von Athletinnen und Athleten zu untersuchen sowie die Machbarkeit und Akzeptanz der UVPC zu evaluieren.

Methoden

In einer querschnittlichen Studie wurden Athletinnen und Athleten untersucht, die sich zwischen Februar und Juni 2025 einer sportmedizinischen Eingangsuntersuchung in einem von 23 zertifizierten sportmedizinischen Zentren in Deutschland (22 in Sachsen, 1 in Schleswig-Holstein) unterzogen. Die individuelle UV-Exposition sowie das Schutzverhalten wurden mittels Fragebogen erhoben. Auf Basis der Ergebnisse erfolgte durch die untersuchenden Sportärztinnen und -ärzte eine strukturierte UVPC. Ergänzend wurde eine Online-Befragung der Ärztinnen und Ärzte zur Durchführbarkeit und Akzeptanz des Vorgehens durchgeführt. Die Auswertung erfolgte deskriptiv; zur Identifikation von Einflussfaktoren auf das Schutzverhalten wurden Regressionsanalysen durchgeführt.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 375 Athletinnen und Athleten eingeschlossen (mittleres Alter: 16 Jahre; 50 % männlich). Die UV-Exposition variierte deutlich in Abhängigkeit von der ausgeübten Sportart. Eine höhere Trainingsdauer im Freien sowie eine Vorgeschichte von Sonnenbränden waren signifikant mit einem verbesserten Schutzverhalten assoziiert. Etwa die Hälfte der Teilnehmenden erhielt eine UVPC. Die Durchführung der Beratung erwies sich als praktikabel und wurde von der Mehrheit der beteiligten Sportärztinnen und -ärzte (n = 9) gut akzeptiert.

Schlussfolgerung

Die Integration einer UV-Schutzberatung in sportmedizinische Eingangsuntersuchungen ist in der vorliegenden Form praktikabel und wird gut akzeptiert. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer stärkeren Berücksichtigung individueller UV-Expositionen, um präventive Maßnahmen im Sport gezielter und wirksamer zu gestalten.

Spitz S#, Fieber V#, Noffz J, Beck H, Saborowski-Baumgarten C, Bornhäuser M, Letsch A, Knauthe N ##, Stölzel F ## (#shared co-first authorship; ##shared co-last authorship)