Hochfrequente, speichelbasierte, zielgerichtete Multi-Omics als Screening‑Instrument im Profifußball – Die Perspektive der Praktiker

Zusammenfassung eines wissenschaftlichen Beitrags (Originalarbeit) aus der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin (DZSM) mit Link zum englischsprachigen Originalartikel und Downloadmöglichkeit als PDF.

Hochfrequente, speichelbasierte, zielgerichtete Multi-Omics als Screening‑Instrument im Profifußball – Die Perspektive der Praktiker
Symbolbild © Elnur / Adobe Stock (KI nachbearbeitet)

Diese explorative, deskriptive Studie untersucht die Machbarkeit und den potenziellen Nutzen hochfrequenter, speichelbasierter Multi-Omics-Analysen im professionellen Fußball. Über einen Zeitraum von zehn Monaten (August 2024–Mai 2025) wurden bei 26 Spielern regelmäßig morgendliche Speichelproben erhoben und mittels zielgerichteter massenspektrometrischer Verfahren analysiert. Auf Grundlage individualisierter Referenzbereiche, berechnet anhand gleitender 30-Tage-Fenster, konnten physiologische Abweichungen frühzeitig identifiziert werden. Teamweite Boxplot-Analysen verdeutlichten zudem ausgeprägte interindividuelle Unterschiede sowie Phasen gehäufter Abweichungen von individuellen Referenzbereichen.

Die Fallbeispiele illustrieren, dass personalisierte Referenzwerte temporäre Dehydratation, Fehl- oder Überversorgung, erhöhten Stress oder medikamentöse Einflüsse erfassen können. Auffällige Trends über mehrere aufeinanderfolgende Messzeitpunkte wurden mit dem medizinischen Team diskutiert und führten zu gezielten Interventionen, die mit einer Normalisierung der Biomarker einhergingen. Eine erfolgreiche Implementierung setzt eine hohe Akzeptanz bei Spielern und Trainern, transparente Kommunikation, standardisierte Probengewinnung sowie geeignete Visualisierungstools – etwa Dashboards mit integrativen Indikatoren für Schlaf, Fatigue oder Schmerz – voraus.

Speichel bietet als nicht-invasives Probenmaterial erhebliche praktische Vorteile, erfordert jedoch methodische Standardisierung und Validierung im Vergleich zu etablierten Blutparametern. Zu den Limitationen zählen das Fehlen einer Kontrollgruppe, die begrenzte Spezifität einzelner Marker sowie die Untersuchung eines einzelnen Teams. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse die Umsetzbarkeit und das Potenzial hochfrequenter Speichelanalysen zur individualisierten Leistungs- und Gesundheitsüberwachung im Profifußball.

■ Wenzel C, Kolodziej M, Lippelt L, Laux P, Millard M, Kipper K, Iebed A, Wieder O, Braun M, Zimmer P