MOVE – Der 41. GOTS-Kongress ist vom 11. bis 13. Juni zu Gast in Osnabrück
Ort: OsnabrückHalle
Herr Prof. Lutter, Herr Prof. Hoppe, als Präsidenten des 41. GOTS-Kongresses haben Sie sich für das Motto »MOVE« entschieden. Was verbinden Sie persönlich damit?
Lutter: MOVE bedeutet für mich viel mehr als nur Bewegung. Es verkörpert auch einen gewissen Teil an Lebensfreude. Es ist eine Energie, die wir in der Gesellschaft entwickeln, wenn wir gemeinsam aktiv sind und Sport treiben. Aber MOVE steht auch für wissenschaftlichen Fortschritt, für Perspektiven und Lösungen, immer mit dem Ziel einer besseren Patientenversorgung. D. h. wir wollen Patienten aktiv halten und Sport gezielt als Medizin einsetzen.
Hoppe: Ich verstehe MOVE tatsächlich als persönliches Leitprinzip und innere Haltung. Es geht darum, Menschen zu mobilisieren, aber auch Ideen und Prozesse. Dies erreichen wir nur durch eine effiziente Verbindung von Forschung, Lehre, Weiterbildung und Transfer. Denn wir möchten nicht verwalten, sondern Lösungen gemeinsam entwickeln. Und Veranstaltungen wie der GOTS-Kongress bilden hierfür die perfekte Plattform.
Lutter: In diesem Zusammenhang sei auch erwähnt, dass unsere Gesellschaft in Osnabrück ihr 40-jähriges Bestehen feiert. Von Beginn an verstand die GOTS die Sportmedizin als ganzheitlich und dialogorientiert. Sie strebte immer die übergreifenden Synergien der Fachrichtungen Orthopädie, Traumatologie, Chirurgie, Biomechanik, Physiotherapie, Physikalische Therapie und Sportwissenschaften an – gerade auch durch interdisziplinäre Veranstaltungen.


Und wie spiegelt sich dies im Kongressprogramm wider?
Hoppe: Nun, indem wir das Programm sehr breit aufgestellt haben und diesmal auch spannende Sessions aus dem Bereich der Funktionsdiagnostik anbieten. Denn gerade die Biomechanik bildet die Grundlage für ein tiefes Verständnis von Bewegungsabläufen und deren Störungen Durch moderne Analyseverfahren können wir Therapien gezielter planen, individueller anpassen und langfristig bessere Behandlungsergebnisse erzielen. Unser Kongress legt den Fokus dabei auf die Verbindung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Anwendung im klinischen Alltag.
Lutter: Aber auch ganz klassische Themen wie OP-Techniken, Bildgebung, Prävention und medizinische Betreuung von Athleten kommen nicht zu kurz. Es ist uns besonders wichtig, einen regen Austausch unter allen Berufsgruppen zwischen Medizinern, Sportwissenschaftlern und Physiotherapeuten zu führen.
Und auf welche Session freuen Sie sich persönlich am meisten?
Lutter: Ganz besonders freue ich mich auf den „praxisnahen“ Teil des Kongresses. Wir bieten eine ganze Reihe von Workshops an – angefangen bei Ultraschall, Arthroskopie über Umstellungsosteotomie bis hin zu klinischen Untersuchungen und Taping. Und wir merken schon jetzt aufgrund der hohen Nachfrage, dass wir hier einen „Nerv“ getroffen haben.
Hoppe: Persönlich freue ich mich auf den Blick über den Tellerrand – d. h. über unsere international besetzten Sessions. Eine davon richtet dankenswerterweise das Internationale Olympische Komitee (IOC) aus. Aber auch unser „International Expert Meeting“ mit Referenten aus Italien, Südkorea und der Türkei bietet spannende Beiträge. Und nicht zuletzt freue ich mich über unsere Ehrengäste.
Die da wären?
Lutter: Zum einen begrüßen wir Dr. Elizabeth Arendt in Osnabrück. Sie ist Professorin für Orthopädische Chirurgie an der University of Minnesota und hat mit ihrer Forschung zu geschlechtsspezifischen Verletzungsmustern im Sport die Sportmedizin maßgeblich geprägt. Als international anerkannte Expertin für Knieverletzungen berichtet Dr. Arendt über ihren (ganz eigenen) Weg in der Sportorthopädie.
Hoppe: Zum anderen ist dies Prof. Oyvind Sandbakk. Er ist Sportdirektor an der Norwegischen Schule für Spitzensport (NTG) und Professor an der Fakultät für Sportwissenschaften der Universität Tromsø. Prof. Sandbakk wird uns einen Einblick in das norwegische System der Athletenbetreuung geben.
Bei einem sportmedizinischen Kongress erwartet die Teilnehmer sicherlich auch die ein oder andere sportliche Aktivität?
Hoppe: Auf jeden Fall. Wir bieten unseren Gästen bewegte Pausen, eine Football-Wurfwand, den traditionellen Charity-Run und spannende Wakeboard- und Surfworkshops. Außerdem „wagen“ wir uns als GOTS an das Thema E-Sport. Dank der Unterstützung eines lokalen Vereins erhalten die Kongressbesucher die Möglichkeit, gegen einen professionellen E-Sportler anzutreten.
Lutter: Ich finde es klasse, dass die GOTS hier mit der Zeit geht und stets offen ist für neue Entwicklungen. Wir freuen uns schon jetzt, Ihnen all das vom 11. bis 13. Juni in der OsnabrückHalle präsentieren zu dürfen.
Infos zum GOTS-Kongress
Termin: 11. bis 13. Juni 2026
Ort: OsnabrückHalle
Kongresspräsidenten: Prof. Dr. med. Christoph Lutter, Prof. Dr. rer. nat. Matthias Hoppe
Programm und Anmeldung: www.gots-kongress.org