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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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Adipositas & Bewegung / Obesity & Physical Activity
EDITORIAL

Prävention – Eine gemeinsame Herausforderung

Prevention – a Common Challenge

In diesem Jahr wird die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) sowie die Deutsche Gesellschaft Prävention und Rehabilitation von Herzkreislauferkrankungen (DGPR) ihren Jahreskongress vom 30.9.-1.10.16 unter dem Motto „Gib dem Risiko keine Chance“ gemeinsam in Frankfurt veranstalten.

Somit werden zentrale Inhalte der Sportmedizin, im Sinne von körperlichem Training in der Prävention und Rehabilitation sowohl internistischer als auch orthopädischer Erkrankungen wie auch Prävention im Leistungssport, ergänzt durch klinische Aspekte der Rehabilitation, besonders von Herzkreislauferkrankungen. Die Themen der DGPR sind in vielen Teilen überlappend mit den Themenfeldern der DGSP, doch werden dieses entscheidend ergänzt durch den klinischen Blickwinkel und die Expertise der Rehabilitationsmediziner, nicht nur zum körperlichen Training, sondern auch zu präventivmedizinischen Themen der Ernährung und Stressbewältigung gekoppelt mit Motivationsstrategien zur Lebensstilumstellung.
Den Präsidenten der Fachgesellschaften, Frau Dr. Guha und Herrn Professor Braumann sei es gedankt, dass sie diese zwei Gesellschaften zusammengeführt haben, um einen gemeinsamen Kongress zu veranstalten. Vor allem das Thema des gesunden Lebensstils in Kombination mit medikamentöser Therapie in der Prävention von Herzkreislauferkrankungen und weiteren chronischen Erkrankungen ist ein zukunftsfähiges Konzept eines gemeinsamen wissenschaftlichen Kongresses. Dies nach außen hin zu demonstrieren, ist in der aktuellen Konstellation des zunehmenden Interesseses von Gesellschaft, Politik und Wirtschaft für das Thema Prävention von zentraler Bedeutung. Auch wenn die Vorbereitung zu dem Kongress bereits Unterschiede in der Philosophie zwischen sportmedizinisch-universitären Institutionen und klinisch tätigen Rehabilitationsmedizinern aufgezeigt hat, so ist der Grundkonsens von beiden Gruppen doch einig dahingehend, einen gesunden Lebensstil als eine wesentliche Säule innerhalb der Prävention und Therapie von Erkrankungen einzusetzen.
Diese gemeinsame Veranstaltung zweier Fachgesellschaften ist dringend notwendig und sollte erst der Beginn von entsprechenden kooperativen Veranstaltungen noch weiterer Fachgesellschaften in diesem Themenfeld sein. Es wäre zu wünschen, dass insbesondere auch andere Fachgruppen wie die Hypertensiologen, die Diabetologen oder auch Lipidologen, also diejenigen, die sich mit Risikofaktoren und deren Beeinflussung durch Lebensstil und Medikamente befassen, näher aneinander rücken und bei Kongressen gemeinschaftlich Forschungsergebnisse präsentieren. Dieses würde wieder dem Gedanken der vormals etablierten Deutschen Herzkreislaufkonferenz entsprechen, die vor mehr als zehn Jahren dieses Ziel verfolgte. Vor diesem Hintergrund wurde der diesjährige gemeinsame Kongress auch mit „Gib dem Risiko keine Chance“ betitelt und befasst sich mit Schwerpunkten der Prävention und Therapie von Risikofaktoren. Dies schließt sowohl kardiovaskuläre Risikofaktoren wie auch orthopädisch-biomechanische Risikofaktoren für Verletzungen ein.
Es bleibt zu wünschen, dass sich dieser Kongress über die nächsten Jahre weiterentwickeln kann. Ziel muss es sein, die einzelnen Fachgesellschaften enger zusammen zu führen und ihre Expertisen in dem Bereich der Prävention zu verknüpfen. Einen wirklichen deutschen Fachkongress für Prävention gibt es derzeit nicht, kann aber über diese Initiative der Kooperation zwischen DGSP und DGPR begonnen werden. Ein entsprechender Kongress könnte Fachthemen und Fragestellungen behandeln, die sich in dem gerade rasant entwickelnden Bereich der Prävention stellen. Hier bedarf es gerade auch von ärztlicher Seite unbedingt einer fundierten Expertise ergänzt durch kompetente Ernährungswissenschaftler, Ernährungsmediziner, Sportwissenschaftlern sowie Psychologen. Die Interdisziplinarität in der Prävention sowohl in Forschung, Lehre und Umsetzung in die Praxis wird die Herausforderung der Zukunft sein. Die beiden Fachgesellschaften haben einen ersten Schritt getan und es bleibt zu wünschen, dass sich dieses Pflänzchen weiterentwickelt.
Wir als Tagungspräsidenten wünschen uns eine erfolgreiche Tagung und großes Interesse von all denjenigen, die sich in dem Themenbereich der Prävention engagieren. Mit der Entscheidung der Bundesregierung, über das Präventionsgesetz die Prävention im deutschen Gesundheitssystem zu verankern, ist unser gemeinsamer Kongress die folgerichtige Antwort. Wir freuen uns, Sie im September in Frankfurt zu begrüßen.

Univ.-Prof. Dr. med. Martin Halle
Präventive und Rehabilitative Sportmedizin
Medizinische Fakultät,
Universitätsklinikum ‘Klinikum rechts der
Isar’, Technische Universität München
Georg-Brauchle-Ring 56, 80992 München
halle@sport.med.tum.de
 
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