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Die Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin behandelt die klinische Praxis und deren angrenzende Felder im Sinne translationaler Forschung, die den Einfluss von körperlicher Aktivität, Bewegung, Training und Sport sowie Bewegungsmangel von gesunden Personen und Patienten aller Altersgruppen erforscht. Dies umfasst die Auswirkungen von Prävention, Diagnose, Therapie, Rehabilitation und körperlichem Training sowie das gesamte Feld der Sportmedizin und sportwissenschaftliche, physiologische und biomechanische Forschung.

Die Zeitschrift ist die führende und meistgelesene deutsche Zeitschrift für die gesamte Sportmedizin. Sie richtet sich an alle Ärzte, Physiologen und sportmedizinisch/sportwissenschaftlich interessierte Wissenschaftler aller Disziplinen sowie an Physiotherapeuten, Trainer, Praktiker und Sportler. Die Zeitschrift ermöglicht allen Wissenschaftlern online Open Access zu allen wissenschaftlichen Inhalten und viele Kommunikationsmöglichkeiten.

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Sportmedizin
EDITORIAL

42. Deutscher Sportärztekongress in Frankfurt

42nd German Congress of Sports Medicine in Frankfurt

Unter dem Motto „Sport – Medizin erleben“ findet vom 6.–8. Oktober 2011 der 42. Deutsche Sportärztekongress auf dem Campus  Westend  der  Goethe  Universität  Frankfurt  statt  –  die bedeutendste wissenschaftliche Veranstaltung der deutschsprachigen Sportmedizin. Dabei berichten und diskutieren Experten und  Expertinnen  aus  den  Bereichen  Sportmedizin,  Sport-  und Gesundheitswissenschaften, Physiotherapie, Ökotrophologie sowie Trainerinnen und Trainer über die Neuigkeiten in Forschung, Klinik und Praxis. Neben den sportmedizinischen Aspekten des Leistungssports  stehen  die  präventiven  und  therapeutischen Wirkungen von körperlicher Aktivität und Sport im Mittelpunkt.
Dem berühmtesten Frankfurter, Johann Wolfgang von Goethe, waren die Vorzüge körperlicher Aktivität schon im 18. Jahrhundert vertraut. 1785 schrieb er an seine Charlotte v. Stein: „Hufeland rät mir die Bewegung als die beste Arznei an“. Diese Aussage hat weiter Aktualität und wird noch an Bedeutung gewinnen.
Erkrankungen im Zusammenhang mit Bewegungsmangel stellen ein Gesundheitsproblem ersten Ranges dar – was zunehmend auch auf politischer Ebene erkannt wird. Die EU-Leitlinien für körperliche Aktivität – verabschiedet 2008 – geben Empfehlungen, wie Bewegungsförderung unter Berücksichtigung nationaler, kultureller, sozialer und finanzieller Gegebenheiten effektiver gestaltet werden kann. Einige Mitgliedsstaaten haben diese Leitlinien bereits zur Basis nationaler Strategien gemacht. Im Vertrag von Lissabon 2009 wurde zudem eine koordinierende und ergänzende Kompetenz der EU im Bereich Sport verankert.
Dass  richtig  dosierte  Bewegung  Medizin  sein  kann,  ist  einer der wichtigsten Erkenntnisse der Bewegungsforschung. Unter dem Motto Exercise is Medicine hat sich eine weltweite Bewegung entwickelt.  Die  Koordination  der  Aktivitäten  in  Europa  übernimmt Prof. Dr. Jürgen Steinacker.
Bei den Initiativen der Integration von Bewegung in den medizinischen Alltag spielt die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention eine wichtige Rolle. Stellvertretend sei hier nur das neu platzierte Rezept auf Bewegung erwähnt.
Wir wissen heute: Regelmäßige Bewegung mindert das allgemeine  Sterberisiko,  das  Risiko  arteriosklerotisch  bedingter  HerzKreislauf-Erkrankungen,  bestimmter  Krebserkrankungen,  muskuloskelettaler  Gesundheitsstörungen,  sturzassoziierter  Frakturen und  der  Depression.  Sport-  und  bewegungstherapeutische  Maßnahmen machen rund die Hälfte aller therapeutischen Leistungen aus und sind die wichtigste Stütze der Rehabilitation.
Die Kenntnisse über die Zusammenhänge von Dosis und Wirkung  sowie  der  Wirkmechanismen  körperlicher  Aktivitäten  sind aber noch begrenzt. Die demographische Entwicklung stellt uns zudem vor die Herausforderung, Bewegungsinterventionen für multimorbide Patienten mit relativen Kontraindikationen individuell zu steuern. Auch auf dem Gebiet der Bewegungstherapie bei seltenen chronischen Erkrankungen, unter denen allein in Deutschland vier Millionen Menschen leiden, gibt es noch großen Forschungsbedarf. Nicht zuletzt wird die Sportmedizin ihre Stimme im öffentlichen Diskurs  deutlicher  hörbar machen  müssen,  um  die  Bedeutung  verhaltens-  und  verhältnispräventiver Bewegungsförderung klar zu machen.
Der  wachsende  Beitrag der Sportmedizin bei der integrierten  Versorgung  von  Spitzenathleten  ist  ebenso  zentral wie  unverzichtbar.  Weder  die tägliche  Arbeit  mit  Athleten, Trainern,  Verbänden  und Stützpunkten,  noch  die  Forschung wäre ohne die Zusammenarbeit  mit  angrenzenden Fachgebieten möglich.
Das interdisziplinäre Team der  Frankfurter  Sportmedizin befasst  sich  mit  den  Konsequenzen  von  Dosis-Wirkungs-Zusammenhängen  zielgruppenspezifischer  Bewegungsinterventionen, etwa  bei  onkologischen  Patienten.  Forschungen  auf  dem  Gebiet des muskuloskelettalen Systems evaluieren präventive und therapeutische  Interventionen  und  orthopädische  Hilfsmittel.  Präventive Bewegungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen sind ein weiterer  Arbeits-  und  Forschungsschwerpunkt.  Die  Erfahrungen aus der Betreuung von Breiten- und Hochleistungssportlern fließen in die Entwicklung standardisierter Messplätze zur erweiterten Diagnostik  des  Herz-Kreislauf-  und  Bewegungssystems  ein.  Wovon in der Abteilung alle profitieren, ist die ausgeprägte Vernetzung in Fachgremien des Sports, der Prävention und der Politik. Diese Interdisziplinarität spiegelt sich auch im Kongressprogramm wider.
Ausgearbeitet wurde es vom Wissenschaftsrat der Deutschen Gesellschaft  für  Sportmedizin  und  Prävention  unter  der  Leitung von Prof. Dr. Peter Bärtsch und einer Programmkommission, unterstützt  durch  viele  Kolleginnen  und  Kollegen  aus  dem  Raum Frankfurt – ein herzliches Dankeschön dafür.
Mein  Dank  gilt  auch  dem  Präsidium  der  Deutschen  Gesellschaft  für  Sportmedizin  und  Prävention  und  seinem  Präsidenten Prof.  Dr.  Herbert  Löllgen  für  das  Vertrauen.  Gemeinsam  mit  der Eventorganisation comed GmbH sind wir stolz darauf, diesen Kongress ausrichten zu können. Willkommen in Frankfurt.

 
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