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Triggerpunkttherapie: Den gordischen Knoten lösen?

Triggerpunkttherapie: Den gordischen  Knoten lösen?
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Das myofasziale Schmerzsyndrom (MFS) soll für 80 bis ca. 90 Prozent der akuten und chronischen Schmerzen ursächlich sein, selbst wenn der Schmerz nicht in der Muskulatur oder im faszialen Bindegewebe wahrgenommen wird. Myofasziale Triggerpunkte, kurz MTrP, scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen.

Die gängigen Kriterien zur Diagnose von MTrP umfassen nach Janet Travell und Dave G. Simons, den Begründern der Theorie, fünf Punkte:

1. Vorhandensein eines muskulären Hart­spannstrangs (Taut Band)

2. Verdichtete Stelle/»Knötchen« im verspannten Muskelstrang, die/das druckschmerzhaft ist (Tender Nodule)

3. Wiedererkennung der Schmerzsymp­tomatik, wenn Triggerpunkte gereizt werden (Recognition)4. Charakteristischer ausstrahlender Schmerz in andere Körperregionen (Referred Pain)

5. Lokale Zuckungsreaktion bei Reizung des Punktes (Local Twitch)

Zögerliche Verbreitung

Für Physiotherapeuten ist der Umgang mit diesen Kriterien seit längerer Zeit gängige Praxis. In der Ärzteschaft setzt sich die Erkenntnis erst langsam durch, dass die meisten Schmerzen – und auch viele Schmerzen beispielsweise in Gelenken – auf das Muskel- und Fasziensystem zurückgeführt werden können. Ein Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Untersuchung und Beurteilung von Muskulatur und Faszien in der klassischen medizinischen Ausbildung zu wenig beachtet und geübt wird. Das ist erstaunlich und bedenkenswert zugleich, da die Muskulatur mit ca. 40 Prozent Anteil am Körpergewicht das größte Organ darstellt. Um durch Palpation jedoch »gesund« von »krank« unterscheiden zu können, ist es notwendig, sich intensiv damit zu beschäftigen und regelmäßig zu üben.