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Fortsetzung Telemedizinische Assistenzsysteme in Rehabilitation und Nachsorge

Ein Team um Prof. Dr. Heinz Völler, Kardiologe und Professor für Rehabilitationswissenschaften an der Universität Potsdam, die Kardiologische Gemeinschaftspraxis am Park Sanssouci in Berlin sowie Partner aus dem Fraunhofer FOKUS wollen im Projekt RehaQuantified ein sensorbasiertes System entwickeln, mit dem Daten zu Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und Bewegungsintensität (Alltags- und Trainingsmodus) kontinuierlich übertragen werden. Zudem ist es das Ziel, auch die Thoraxim­pedanz zu messen, mit der Wassereinlagerungen in der Nähe des Herzens, vor allem in der Lunge, erkannt werden können. Die Werte werden kontinuierlich gesammelt und an einen sicheren Server übermittelt. Der betreuende Arzt kann die Daten einsehen und so den Gesundheitszustand beurteilen. Zudem können Belastungskorridore (Herzfrequenz, Blutdruck) eingestellt und nach Bedarf angepasst werden.

Für die Patienten wäre das ein deutlich erhöhtes Maß an Sicherheit im Alltag: »Viele Patienten sind nach der Reha verunsichert, wie stark sie sich belasten können. Manche trauen sich aus Angst zu wenig zu, andere überbelasten sich. Das kontinuierliche Monitoring und das Feedback des Arztes geben ihnen Sicherheit und Motivation«, erklärt Dr. John. Das Projekt RehaQuantified ist noch nicht abgeschlossen und noch sind auch technische Fragen offen, doch die Hoffnungen sind groß, dass durch ein solches System eine Form des medizinischen Self-Managements etabliert werden kann, die Patienten mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität zurückgibt. »Eine medizinische Beobachtung im Alltag, Beruf und Training kann letztlich zeigen, ob Patienten wieder in ihren Beruf zurückkehren können – oder ob man andere Beschäftigungsfelder für sie finden muss. Auf diese Weise lässt sich möglicherweise verhindern, dass jemand in den Vorruhestand geschickt wird, der noch arbeiten kann – und vielleicht auch möchte«, erklärt Prof. Völler.

Prof. Dr. Heinz Völler, Kardiologe und Professor für Rehabilitations­wissenschaften an der Universität Potsdam © Völler H