Sportliche Aktivität und Körpergewicht: Effekte erst ab einer wöchentlichen Mindestdauer

Sportliche Aktivität und Körpergewicht: Effekte erst ab einer wöchentlichen Mindestdauer
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Im jungen Erwachsenenalter ist ein geringer Anteil an körperlicher Aktivität nicht ungewöhnlich. US-amerikanische Wissenschaftler haben 559 Erwachsene im Alter von 27,4 Jahren (± 4,4 Jahre) und mit einem BMI von 25,4 (± 2,6) in drei Gruppen geteilt (2):

Gruppe 1: „Kleine Verhaltensänderungen“

  • Kalorienreduktion von 100 kcal/Tag
  • Zusätzliche körperliche Aktivität von 2000 Schritten/Tag

Gruppe 2: „Große Verhaltensänderungen“

  • Gewichtsverlust von 2,3 – 4,5 kg
  • Steigerung der körperlichen Aktivität auf > 250 Minuten/Woche

Gruppe 3: Kontrollgruppe

  • Keine Gewichts- und Aktivitätsänderungen angestrebt
  • Bisheriges Aktivitätsniveau und -umfang werden beibehalten

Nach vier Monaten, einem und zwei Jahren wurde die körperliche Aktivität und das Körpergewicht gemessen. Hinsichtlich der Veränderung der körperlichen Aktivität (von moderat bis intensiv) und der Anzahl der Schritte pro Tag unterschieden sich die Teilnehmer der drei Gruppen nicht. Unterschiede beobachteten die Wissenschaftler zwischen Personen, die Gewicht zugenommen hatten und solchen, die ihr Gewicht gehalten oder abgenommen hatten (unabhängig von der ursprünglichen Gruppenzugehörigkeit). Teilnehmer mit gleichbleibendem Gewicht oder Gewichtsverlust machten im Schnitt pro Woche 45 Minuten mehr moderaten bis intensiven Sport.

Positive Effekte ab 150 Minuten pro Woche

Bei Personen, die weniger als 150 Minuten pro Woche aktiv waren, hatte nach zwei Jahren beinahe jeder zweite (49 Prozent) mehr als ein Pfund an Gewicht zugenommen. Bei Personen mit zwischen 150 und 250 Minuten pro Woche waren es 36 Prozent und bei mehr als 250 Minuten Sport pro Woche noch 30 Prozent. Insgesamt wurde also festgestellt, dass Personen ihr Gewicht eher halten konnten oder abnahmen, je mehr Zeit pro Woche sie der körperlichen Aktivität eingeräumten. 150 Minuten scheinen die untere Grenze zu sein. Keinen Einfluss auf das Körpergewicht hatte die Anzahl der Schritte pro Tag.

Normalgewichtige bewegen sich im Alltag mehr

Eine weitere Studie untersuchte ebenfalls, wie sich Bewegung auf das Körpergewicht auswirkt (1). Im Großen und Ganzen bestätigten sich die Ergebnisse. Wer viel moderate bis intensive Bewegung ausübt, kann einen Gewichtsverlust besser erhalten. Zudem zeigte die Untersuchung, dass Personen mit normalem BMI mehr Zeit pro Tag mit leichter Aktivität (Alltagsbewegung), und weniger Zeit mit Inaktivität verbrachten als übergewichtige Personen.

Wenig überraschend bestätigen Forscher also, dass körperliche Aktivität (intensive Aktivität in Form von Sport ebenso wie Alltagsbewegung) eine gute Strategie ist, um ein normales Körpergewicht zu erhalten.

Nicht untersucht wurde in beiden Studien eine mögliche Veränderung der Körperzusammensetzung durch die Aktivität. Das Körpergewicht alleine gibt jedoch keine Auskunft über das Verhältnis von Muskulatur zu Fett und die Menge an Körperfett (v.a. viszeralem Fett), welches sich durch regelmäßige körperliche Aktivität positiv verändern könnte, ohne sich bei Normalgewichtigen messbar im Gewicht niederzuschlagen.

■ Hutterer C

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Quellen:

  1. Ostendorf DM, Lyden K, Pan Z, Wyatt HR, Hill JO, Melanson EL, Catenacci VA. Objectively Measured Physical Activity and Sedentary Behavior in Successful Weight Loss Maintainers. Obesity (Silver Spring). 2018; 26):53-60. doi:10.1002/oby.22052

  2. Unick JL, Lang W, Williams SE, Bond DS, Egan CM, Espeland MA, Wing RR, Tate DF, and SNAP Research Group. Objectively-assessed physical activity and weight change in young adults: a randomized controlled trial. Int J Behav Nutr Phys Act. 2017; 14: 165. doi:10.1186/s12966-017-0620-x