Sonderpublikation: Römerbad Klinik GmbH

Schwefel- und Moortherapien in der sportmedizinischen Rehabilitation

Schwefel- und Moortherapien in der sportmedizinischen Rehabilitation
Moorbäder, kombiniert mit modernen sportmedizinischen Therapieansätzen, unterstützen den Heilungsverlauf in der orthopädischen Rehabilitation. © Römerbad Klinik

Balneologische Verfahren wie Schwefel- und Moortherapien gehören seit über zwei Jahrhunderten zum festen Bestandteil der europäischen Medizintradition. Sie sind vor allem in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen etabliert und gewinnen zunehmend auch in der modernen sportmedizinischen Behandlung an Bedeutung – insbesondere als ergänzende Maßnahme innerhalb multimodaler orthopädischer Rehabilitationskonzepte.

»In der Rehabilitation des Bewegungsapparats setzen wir Moor- und Schwefelanwendungen gezielt als ergänzende physikalische Therapie ein«, berichtet Dr. med. Thomas Endres, Chefarzt der Villa Aurelia der Römerbad Kliniken in Bad Gögging. »Auch wenn wir noch mehr wissenschaftliche Evidenz brauchen, sprechen klinische Erfahrungen und verfügbare Studien dafür, dass diese Verfahren schmerzlindernde, entzündungsmodulierende und funktionell unterstützende Effekte entfalten.«

Moor- und Schwefeltherapien erleichterten insbesondere den Übergang von passiven zu aktiven Therapieformen und verbesserten die Belastbarkeit im weiteren Rehabilitationsverlauf. Gerade bei chronischen Überlastungssyndromen, postoperativen Rehabilitationsphasen oder degenerativen Veränderungen des Bewegungsapparats rückten natürliche Heilmittel in den Fokus. Ihr therapeutischer Mehrwert liege dabei weniger in der isolierten Anwendung, sondern mehr in der gezielten Kombination mit aktiven, funktionellen und trainingsorientierten Therapieformen.

Physiologische Wirkmechanismen: Klinische Erfahrung und Evidenz

Für die Wirkung und Wirksamkeit von Moor bzw. Heiltorf gegen Schmerzen, Rheuma und Arthrose liegt eine vergleichsweise breite Datenlage vor, die sich über mehrere Evidenzstufen erstreckt – von Fallberichten (Evidenzstufe IV) und Beobachtungsstudien (Stufe III) bis hin zu einzelnen randomisiert-kontrollierten Studien und Metaanalysen (Stufe I/II). Diese Ergebnisse stützen den Einsatz als sinnvolle Ergänzung evidenzbasierter Rehabilitationsprogramme, insbesondere bei degenerativen und chronisch entzündlichen Beschwerdebildern.

Therapeutisches Moor besteht aus einem komplexen Gemisch organischer Substanzen, Huminsäuren, Mikroorganismen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Lokale Wirkungen durch die hohe Wärmespeicherkapazität des Moors, darunter ausgeprägte Tiefenwärme, Muskelentspannung und Durchblutungsförderung, sind wissenschaftlich gut belegt (1). Die biologischen, physikalischen und chemischen Eigenschaften sind je nach Moorart unterschiedlich. Bioaktive Inhaltsstoffe wie Huminsäuren können transdermal aufgenommen werden und zeigen antiinflammatorische und antioxidative Effekte, unter anderem durch ihre spezifische Wirkung auf Rezeptorebene (2).

Die Schwefeltherapie wirkt primär durch Resorption von Sulfidschwefel über die Haut. Schwefel ist ein essenzieller Bestandteil zahlreicher Aminosäuren und Enzyme und spielt eine zentrale Rolle im Aufbau von Knorpel-, Sehnen- und Bindegewebe. Klinische Daten deuten auf analgetische und entzündungshemmende Effekte von Schwefelbädern hin (3).

Indikationen in der sportmedizinischen Rehabilitation

In der rehabilitativen Praxis eignen sich Schwefelbäder sowie Moorpackungen und -bäder insbesondere bei degenerativen Gelenk- und Sehnenerkrankungen infolge einseitiger oder langjähriger Belastung, bei chronischen Rückenschmerzen sowie in der postoperativen Regeneration. In der Villa Aurelia – der Premium-Reha der Römerbad Klinik für Orthopädie und Rehabilitationsmedizin in Bad Gögging – werden Anwendungen mit Naturmoor aus hauseigenen Moorvorkommen sowie Thermalwasser aus eigener Schwefelquelle mit modernen sportmedizinischen Therapieansätzen wie Kryotherapie, Stoßwellentherapie und strukturierter Bewegungstherapie verbunden.

»Werden diese Anwendungen seriell und gezielt vor Krankengymnastik, Medizinischer Trainingstherapie oder Manueller Therapie eingesetzt, können sie die Schmerzschwelle senken, die Belastbarkeit erhöhen und damit die Qualität der nachfolgenden funktionellen Interventionen verbessern«, betont Dr. Endres. »Damit sind sie eine sinnvolle, evidenzbewusst eingesetzte Ergänzung in der modernen Sportmedizin – mit dem Ziel einer nachhaltigen Wiederherstellung von Funktion und Leistungsfähigkeit.«

Weitere Informationen unter: https://premium-reha.de/

■ Römerbad Klinik GmbH, Bad Gögging

Quellen:

  1. Beer AM. Das kann die Moortherapie. MMW Fortschr Med. 2017; 159: 62-64. doi:10.1007/s15006-017-0281-3

  2. Beer AM, Lukanov J, Sagorchev P. Der Wirkungsmechanismus von wässrigem Torfextrakt auf die spontane kontraktile Aktivität der glatten Muskulatur [Mechanism of the effect of aqueous peat extract on spontaneous contractile activity of smooth muscles]. Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd. 2000; 7: 237-241. doi:10.1159/000021358

  3. Benedetti S, Canino C, Tonti G, et al. Biomarkers of oxidation, inflammation and cartilage degradation in osteoarthritis patients undergoing sulfur-based spa therapies. Clin Biochem. 2010; 43: 973-978. doi:10.1016/j.clinbiochem.2010.05.004