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Fortsetzung Schmerzen im Leistungssport: Biopsychosoziale Behandlungskonzepte

Status Quo und Ausblick

Zumindest im Profibereich hat die interdisziplinäre Betrachtung von Schmerz laut Prof. Valderrabano unbedingt ihre Wichtigkeit, insbesondere was der Return-to-Play und die Reduktion des Wiederverletzungsrisikos angeht. Er erlebt auch Trainer als zunehmend offen gegenüber der psychologischen Komponente von Schmerzcoping und Leistungsgrenzen – denn »ein optimales somatopsychosoziales Coaching ist die beste Prävention!«

Prof. Kleinert ergänzt: »Der sportpsychologische Ansatz behält ja neben der Leistung auch Dinge wie Persönlichkeitsentwicklung sowie die Schmerz- und Verletzungsbewältigung im Auge. Wünschenswert wäre eine routinemäßige Anwendung dieses erprobten Konzepts auch im Breiten- und Nachwuchsleistungssport. In wenigen Bundesländern ist die psychosoziale Nachwuchsbetreuung bereits etabliert, etwa in der sportpsychologischen Betreuungsinitiative www.mentaltalent.de unserer Deutschen Sporthoch­schule. Weitere Ansprechpartner sind die
Olympia-Stützpunkte und manche Fachverbände.«

■ Kura L

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Quellen:

  1. Fischerauer SF, Talaei-Khoei M, Bexkens R, Ring DC, Oh LS, Vranceanu AM. What Is the Relationship of Fear Avoidance to Physical Function and Pain Intensity in Injured Athletes?. Clin Orthop Relat Res. 2018; 476: 754–763. doi:10.1007/s11999.0000000000000085

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  3. Lima LV, Abner TSS, Sluka KA. Does exercise increase or decrease pain? Central mechanisms underlying these two phenomena. J Physiol. 2017; 595: 4141–4150. doi:10.1113/JP273355

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