Seite 4 / 4

Fortsetzung Problemzone Iliosakralgelenk: Wenn die »heilige Mitte« schmerzt

Prävention muss sein

Sind alle potenziellen Sekundärauslöser des ISG-Schmerzes ausgeschlossen und die akute Phase überstanden, können Athleten viel tun, um Rückfälle zu vermeiden. So sollte das Training für Sportarten, die mit einseitigen Belastungen, ver­mehrter lumbaler Flexion und harten Stopps einhergehen, unbedingt entsprechende Ausgleichsbewegungen beinhalten. »Eine einseitige Spezialisierung in der jeweiligen Sportart führt zu muskulären Dysbalancen, die ein Blockierungsgeschehen begünstigen. Deshalb empfehle ich dringend die Durchführung von Ausgleichssport. Bei einem leistungsorientierten Handballer wäre das beispielsweise Leichtathletik oder Schwimmen«, appelliert Mickel Washington. »Selbst gern gegen ISG-Beschwerden empfohlenen Bewegungsarten wie Bauchtanz fehlt die stabilisierende Komponente. Es muss in die Köpfe hinein, dass es mit reiner Mobilisierung eben nicht getan ist.«, ergänzt Jörg Mayer und äußert passend dazu den Wunsch, dass die Sportwissenschaft endlich konsequent Funktionszusammenhänge mit anderen Körperbereichen herstellt: »Mit einer logischen funktionsanalytischen Kaskade wäre der Behandlung von ISG-Beschwerden sehr geholfen.« Aktuelle Studien geben ihm hier recht (4).

Fazit: Der einzig wahre Diagnostik- und Behandlungsweg bei ISG-Beschwerden muss erst noch gefunden werden. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Sportorthopädie, Radiologie und Physiotherapie ist hier essenziell. Eine entsprechende Leitlinie, die aktuelle Forschungsergebnisse berücksichtigt, wäre für alle Beteiligten eine wertvolle Hilfe.

■ Kura L

Ähnliche Beiträge zum Thema finden Sie weiter unten!

Quellen:

  1. Institut für angewandte Osteopathie (IFAO), Bitburg: Skript 1 – Das Becken. 2016. https://docplayer.org/59457449-Skript-1-das-becken-1.html [abgerufen am 25.03.2019]

  2. King W, Ahmed SU, Baisden J, Patel N, Kennedy DJ, Dusynsky B, MacVicar J. Diagnosis and Treatment of Posterior Sacroiliac Complex Pain: A Systematic Review with Comprehensive Analysis of the Published Data. Pain Med 2015; 16: 257–265. doi:10.1111/pme.12630

  3. Laslett M. Evidence-based diagnosis and treatment of the painful sacroiliac joint. J Man Manip Ther. 2008; 16: 142-152.

  4. Vleeming A, Albert HB, Östgaard HC, Sturesson B, Stuge B. European guidelines for the diagnosis and treatment of pelvic girdle pain. Eur Spine J. 2008; 17: 794–819. doi:10.1007/s00586-008-0602-4

  5. Vleeming A, Schuenke MD, Masi AT, Carreiro JE, Danneels L, Willard FH. The sacroiliac joint: an overview of its anatomy, function and potential clinical implications. J Anat. 2012; 221: 537–567. doi:10.1111/j.1469-7580.2012.01564.x