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Fortsetzung Pro Protein – Proteine und ihre Bedeutung in der Ernährung

Abnehmen mit Protein – und Sport

Im direkten Zusammenhang mit diversen Krankheitsrisiken steht das Körpergewicht. Übergewicht erhöht das Risiko für Diabetes Typ 2, Brustkrebs, Darmkrebs, das Metabolische Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und viele weitere. Daher wüssten viele Menschen gerne, wie eine Gewichtsreduktion möglichst schnell, aber nachhaltig möglich ist. Die Anzahl unterschiedlicher Diäten erzählt von diesem Wunsch.

Ein Vergleich der Diätformen zeigte, dass es für die Gewichtsreduktion keine Rolle spielt, ob eine Ernährungsform mit Fokus auf Fetten, Proteinen oder Kohlenhydraten gewählt wird (2). Jede Diät funktioniert nur, wenn die Diätvorschriften eingehalten werden. Dennoch kann es sinnvoll sein, eine Diät mit erhöhtem Prote­inanteil zu wählen. Prof. Deibert, der sich mit seiner Abteilung besonders des Sojas als Proteinquelle angenommen hat, erklärt, warum: »Ein hoher Proteinanteil während einer Diät funktioniert und hat zwei Vorteile. Proteine machen gut und lange satt und führen zu einer geringeren Insulinantwort als Kohlenhydrate. Zugleich verhindert ein hoher Proteinanteil, dass die Muskelmasse während der Diät abnimmt.

Das ist wichtig, weil die Muskeln zu einem großen Teil an der Kalorienverbrennung beteiligt sind. Je weniger Muskeln, desto geringer ist der Kalorienbedarf. Wird nach einer Diät wieder wie zuvor gegessen, wird man automatisch schwerer als zu Beginn der Diät.« Folglich sollte bei einer Diät zuerst der notwendige Proteinbedarf berechnet werden und die übrigen Makronährstoffe daran angepasst werden. Außerdem ist Sport und besonders Krafttraining während einer Gewichtsabnahme unbedingt notwendig, um den Verlust an Muskelmasse so gering wie möglich zu halten. Prof. Flechtner-Mors empfiehlt in diesem Zusammenhang, oberhalb der Empfehlungen der WHO anzusetzen, nämlich ab 1,0 bis 1,2 g/kg KG.

»Die Untersuchungen über den Nährstoffbedarf wurden eigentlich immer nur an Patienten gemacht. Die ideale Zusammensetzung für einen gesunden Menschen wurde nie richtig untersucht. Wir gehen davon aus, dass 0,8 Gramm die Menge ist, mit der man in keinen Mangelzustand gerät. Optimal ist diese Menge deswegen aber noch nicht. Daher empfehlen wir grundsätzlich für normalgewichtige Gesunde 1,0 bis 1,2 g/kg KG, am besten die Zufuhr aber individuell anzupassen. Im Alter oder bei Sportlern im Muskelaufbau kann der Wert bis etwa 1,7 g/kg KG hochgefahren werden, ohne dass gesunde Nieren belastet werden.«

Prof. Dr. Peter Deibert, Ärztlicher Leiter Institut für Bewegungs- und Arbeitsmedizin, Universitätsklinikum Freiburg © Deibert