Sonderpublikation: Julius Zorn GmbH

Präventionsmöglichkeiten der chronisch lateralen OSG-Instabilität im (Spitzen-)Sport

Präventionsmöglichkeiten der chronisch lateralen OSG-Instabilität im (Spitzen-)Sport
© Julius Zorn GmbH

Das Sprunggelenk ist bei Sportlern die am häufigsten verletzte Region des Körpers. Bei Hochrisiko-Sportarten wie z. B. Fuß-, Hand- und Basketball kommt es zudem häufig zu erneuten Umknicktraumen und anhaltenden klinischen Beschwerden. In bis zu 40 Prozent der Fälle entwickelt sich eine chronische außenseitige Instabilität (CLI). Da der Altersgipfel der Primärverletzungen zwischen 15 und 19 Jahren liegt, ist eine exakte Diagnose, eine zielgerichtete Therapie und eine angemessene Prävention zur Vermeidung erneuter Distorsionstraumen des oberen Sprunggelenks (OSG) von größter Bedeutung, um zu verhindern, dass die Betroffenen bereits in jungen Jahren unter chronischen Beschwerden leiden.

Bei den präventiven Maßnahmen unterscheidet man zwischen der Primarprävention, bei der die Eintrittswahrscheinlichkeit eines erstmaligen Umknicktraumas gesenkt werden soll, und der Sekundär- bzw. Tertiärprävention, bei denen nach bereits erfolgtem Umknicktrauma eine erneute Verletzung verhindert bzw. weitere Schädigung vermieden werden soll.

In der Mehrzahl der Fälle stellt die nicht-operative, funktionelle Therapie im Sinne einer phasenadaptierten Rehabilitation den Standard in der Behandlung akuter Supinationstraumen mit isolierter Verletzung des außenseitigen Kapsel-Band-Apparats dar. Sie setzt sich nach einer initialen Abschwell- und Entlastungsphase aus zwei wesentlichen Therapieschritten zusammen: einem frühfunktionellen propriozeptiv-neuromuskulären Stabilisationstraining und einer Distorsionsprophylaxe mittels externer Stabilisation durch verschiedenste Bandagen- und Orthesensysteme, Tape- und Verbandstechniken sowie orthopädietechnischen Einlagen- und Schuhversorgungen. Speziell im Leistungssport ist der Einsatz von Orthesen, Bandagen und Tapes als externe Stabilisationshilfen unverzichtbar. Sie haben sich in der Praxis, besonders in der Sekundär- und Tertiärprävention, bewährt. OSG-Orthesen reduzieren durch steife Elemente das Ausmaß des Inversionstraumas sowie dessen Geschwindigkeit.

Die Steifigkeit nahezu aller Orthesensysteme verhindert im Rahmen der phasenadaptierten, funktionellen Trainingstherapie bereits mit Beginn der Phase II (Proliferationsphase) und speziell im weiteren Verlauf der Phase III (Remodellierungsphase) die vollständige Mobilisierung und das endgradige Bewegungsausmaß des Sprunggelenks in der sagittalen und frontalen Ebene und auch des Kniegelenkes in der sagittalen Ebene.

Rigide Systeme sind jedoch häufig unbequem und können Verletzungen durch Druckstellen und Zwangskräfte auf die Gelenke hervorrufen, was die Compliance der Patienten mindern kann. Bandagen oder spezielle (Kinesio-)Tapes sind dagegen zwar flexibel, geben aber in der Regel nicht den nötigen Halt für das Gelenk. Idealerweise sollte mechanische Stabilität und Bewegungsfreiheit in allen Ebenen miteinander verbunden werden. Erstmals sind jetzt neue »intelligente Bandagensysteme« mit integriertem Sicherheitsgurt erhältlich, die selbstständig auf ein Supinationstrauma reagieren und mittels »dilatanten Fluiden« in einem Zylinder an der Knöchelaußenseite dem Umknicken gegensteuern können. Diese in das Bandagensystem integrierte Technologie soll mit einer Reaktionszeit von 20 Millisekunden verhindern, dass sich das Sprunggelenk bei einem Supinationstrauma über das physiologisch vorgegebene Ausmaß bewegt. Gleichzeitig garantiert das Bandagensystem den Tragekomfort einer Strumpfbandage.

Sportomedix Fuss Bandstruktur Sicherheitsgurt
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An der Charité Berlin wurde die Wirkung dieser Technologie bei realen Umknicksituationen an 16 Probanden mit OSG-Instabilität nach lateraler Bandruptur bei einbeinigen Landungen nach einem Sprung und mittels Umknickplattform untersucht (1). Dies wurde unter drei unterschiedlichen Ausgangsbedingungen getestet: Zum einen mit dem oben genannten aktiven Schutz, mit einer Placebo-Bandage ohne Schutzfunktion und ganz ohne Bandage. Die Messergebnisse zeigten, dass die Schutzwirkung des »Sicherheitsgurtes« zwischen 65 und 140 Millisekunden eintrat und es im Rahmen der einbeinigen Landungsbelastung zu keinerlei messbaren Bewegungseinschränkungen im Sprung- und Kniegelenk in der sagittalen Ebene kam.

Sportomedix Diagramm Messergebnisse
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Speziell Sportler aus Risiko-Sportarten könnten nach stattgehabter Verletzung des lateralen Kapsel-Band-Apparates nach Supinationstrauma auf Grund dieser Ergebnisse von einem solchen Bandagen­typus profitieren.

■ Laps G, mit freundlicher Unterstützung von sportomedix, a brand by Juzo

Quellen:

  1. Agres AN, Chrysanthou M, Raffalt PC. The Effect of Ankle Bracing on Kinematics in Simulated Sprain and Drop Landings: A Double-Blind, Placebo-Controlled Study. Am J Sports Med. 2019; 47: 1480–1487. doi:10.1177/0363546519837695