Sonderpublikation: Bauerfeind AG

Natürlich stabil nach Kreuzbandruptur mit SofTec Genu

Natürlich stabil nach Kreuzbandruptur mit SofTec Genu
© Bauerfeind AG

Hartrahmenorthese oder Soft-Orthese?

Welcher Orthesentyp stabilisiert besser nach vorderer Kreuzbandruptur (ACL)? Dieser Frage ging das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einer jetzt online publizierten Studie nach und verglich eine konventionelle Hartrahmenorthese mit der Soft-Orthese SofTec Genu. Das Fazit: Die getesteten Orthesen stabilisierten beide zuverlässig. Bei bestimmten Bewegungsaufgaben förderte die SofTec Genu jedoch stärker das physiologische Gangbild.

Für einen erfolgreichen Return-to-Sport nach ACL-Rupturen müssen sowohl Stabilität als auch Beweglichkeit des Kniegelenks wiederhergestellt werden. Mechanische und funktionelle Aspekte spielen daher gleichermaßen eine zentrale Rolle in der Bewertung von Therapiemaßnahmen für die Mobilisierung.

Vergleichsstudie mit ACL-Probanden

Die Ergebnisse der randomisierten kontrollierten Vergleichsstudie des KIT zum Einsatz von Orthesen wurden jetzt online im Open-Access-Journal »Frontiers in Bioengineering and Biotechnology« veröffentlicht (Focke et al., 2020). Für Aussagen zum Effekt der Orthesen auf die Kinematik des Knie­gelenks absolvierten Patienten mit einer nicht operierten Ruptur des vorderen Kreuzbands komplexe Bewegungsaufgaben. Dazu gehörten unter anderem Laufen auf einer Strecke mit plötzlich kippender Bodenplatte und Laufen mit schnellen Richtungswechseln um 180 Grad (180° Cutting). Die Messungen ergaben, dass die flexible Soft-Orthese SofTec Genu gleichwertig stabilisiert wie die getestete Hartrahmenorthese. Bei bestimmten Bewegungsaufgaben förderte sie im Vergleich das physiologische Gangbild stärker: »Therefore, for moderate intensity movement tasks with mainly frontal plane knee loading, the soft brace seems to be able to stabilize ACL relevant peak abduction with a lesser impact on physiological gait compared to the rigid brace.«

SofTec Genu: Mechanisch und funktionell wirksam

Ein Grund für diese Ergebnisse liegt in der einzigartigen Konstruktion der Knieorthese. Die SofTec Genu stabilisiert nach dem 4-Punkt-Prinzip und durch ihre propriozeptive Wirkung bei Bewegung. Ihr in Querrichtung zugstabiles Gestrick bildet mit seitlichen Gelenkschienen und vier Gurten um Ober- und Unterschenkel einen zirkulären Kraftschluss um das Knie. Das wirkt nachweislich einem Vorschub der Tibia (»vordere Schublade«) entgegen und gibt dem Knie sicheren Halt. In Längsrichtung ist das Kompressionsgestrick hingegen dehnbar und gewährt dem Träger mehr Bewegungsfreiheit. Das An- und Entspannen der Muskulatur führt im Kontakt mit dem Gestrick zu einer schmerzlindernden Gewebemassage. Die Kompression und Wechselkompression haben positive Effekte auf die Sensomotorik. Dadurch verbessert sich die muskuläre Ansteuerung und damit die Koordination. Die Spezialgelenke der Orthese sind unabhängig voneinander auf mediale und laterale Kompromissdrehpunkte des Trägers einstellbar und fördern einen natürlichen Bewegungsablauf. Bei Bedarf können Flexion und Extension in 10-Grad-Schritten limitiert werden.

Wiederholte Evidenz

Eine Vorgängerstudie des KIT von Strutzenberger et al., 2012 untersuchte bereits bei einfachen Bewegungsaufgaben die stabilisierende Wirkung der besonderen Soft-Orthese. Ihre Ergebnisse zeigten, dass die SofTec Genu die passive und aktive Kniestabilität bei Probanden mit vorderer Kreuzbandruptur signifikant erhöhte. So ergaben Messungen eine Reduktion des Tibia-Vorschubs um 32 Prozent durch die Orthese. Bei einzelnen Parametern zur funktionellen Leistungsfähigkeit erreichte die SofTec Genu bessere Werte als die getestete Hartrahmenorthese, etwa bei der Anstiegsrate der Explosionskraft beim verletzten Knie.

Die SofTec Genu eignet sich für den konservativen, postoperativen und präoperativen Einsatz bei komplexen Knieinstabilitäten nach Bandverletzungen und Meniskusproblematiken.

■ Bauerfeind AG