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Fortsetzung Lernen von den Profis: Die optimale Vorbereitung fürs Skifahren

Drei Säulen für mehr Sicherheit und Spaß

Voraussetzung eins dafür ist – inzwischen umfassend erforscht – die körperliche Fitness. Verbreitete Nebensportarten von Olympia-Teilnehmern können Anregungen geben: Beliebt bei den Skiprofis sind Radfahren, Laufen auf unebenem Gelände, Schwimmen, Kajakfahren, Rollschuhlaufen, Fußball, Hockey und das Manövrieren auf Hindernisbahnen (3). Unabhängig davon, wie Freizeitskifahrer ihre Ausdauer- und Krafttrainings kombinieren, regelmäßige zusätzliche Übungen empfiehlt Spörri für die Hamstrings und die Rumpfmuskulatur. „Insgesamt sind fürs Skifahren die Kraft der Hamstringmuskulatur und der Rumpfmuskulatur, stabile Beinachsen und ein gute posturale Kontrolle ausschlaggebend“, betont er. „Gut trainierte Hamstrings senken insbesondere das Risiko für Kreuzbandrisse. Zum Training eignen sich unter anderem Nordic Hamstring Curls – simpel auszuführen, mit dem eigenen Körpergewicht machbar und effektiv.“ Nicht primär auf die Dauer und Häufigkeit, sondern auf die Qualität der Ausführung jeder Übung komme es an.

Voraussetzung zwei für eine optimale Saison ist die Ausrüstung. Neben der individuell geeigneten Form und Länge der Ski, passenden Skischuhen, Helm und Protektoren spielt die Bindungseinstellung eine oft unterschätzte Rolle. „Gerade Freizeitsportler, die nur wenige Wochen im Jahr Ski laufen, sollten zu Beginn der Saison in einem Fachgeschäft kontrollieren lassen, ob ihre Bindung so noch optimal ist“, empfiehlt Spörri.

Das Dritte, was Freizeitsportler aus Studien mit Profis lernen können, ist, sich nicht zu überschätzen. Im Profibereich zeigte sich mehrfach, dass zu straffe Trainings- oder Reisepläne ermüdungsbedingte Ausfälle bzw. Unfälle begünstigten (4).

ISPA: 2020 vermutlich erste Ergebnisse

Spörri ermutigt ambitionierte Freizeitsportler dazu, gelegentlich in einen Skikurs zu investieren. Dem Geübten vermitteln spezielle Kurse, wie er seine Technik perfektionieren kann, dem jahrelang Ungeübten schenken sie neue Sicherheit.

Speziell mit Bezug auf Nachwuchs-Skirennfahrer wird die Studie ISPA Erkenntnisse darüber ermöglichen, was das Verletzungsrisiko auf der Piste steigert und was es senkt. Auch werden sich Präventions-Strategien für den Freizeitbereich ableiten lassen. Mit ersten Ergebnissen ist laut Spörri bis Ende 2020 zu rechnen.

■ Plaum P

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Quellen:

  1. Ekeland A, Rødven A: Injury Trends in Norwegian Ski Resorts in the 10 Year Period 1996—2006 Journal of ASTM International 2008; 5(6): 1-8. doi:10.1520/JAI101620

  2. Flørenes TW, Nordsletten L, Heir S, Bahr R: Injuries among World Cup Ski and Snowboard Athletes. Scand J Med Sci Sports 2012;22(1): 58-66. doi:10.1111/j.1600-0838.2010.01147.x

  3. Gilgien M, Reid R, Raschner C, Supej M, Holmberg HC: The Training of Olympic Alpine Ski Racers. Front Physiol 2018; 9: 1772. doi:10.3389/fphys.2018.01772

  4. Spörri J, Kröll J, Gilgien M, Müller E: How to Prevent Injuries in Alpine Ski Racing: What Do We Know and Where Do We Go from Here? Sports Med 2017; 47(4): 599-614. doi:10.1007/s40279-016-0601-2