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Fortsetzung Hochintensives Intervalltraining: HIIT in Kindersport und Therapie

Eine generelle Empfehlung an alle Patienten, HIIT der Dauermethode vorzuziehen, möchte Prof. Nieß nicht aussprechen: »Für ein individuelles Training müssen immer die Grunderkrankung, die laufende Therapie, die Ausgangsfitness und mögliche orthopädische Probleme beachtet werden. Auch die Vorkenntnisse und Vorlieben der Patienten sind wichtig. Wenn der Person Intervalltraining mehr liegt als Ausdauertraining, ist es naheliegend, dieses bevorzugt anzuwenden. Umgekehrt kommen manche Patienten mit dem HIIT nicht zurecht.«

HIIT ist ohne Zweifel ein weiteres wertvolles Trainingsinstrument in Prävention und Therapie. Es isoliert anzuwenden, ist für die meisten Personen wohl nicht zielführend. Eine Kombination mit der Dauermethode, aber auch mit weiteren Trainingsinhalten ist wahrscheinlich empfehlenswerter.

Wie anfangen?

Leistungssportler sind gut überwacht und betreut, Patienten ebenfalls. Wie aber gehen Freizeitsportler vor, die HIIT machen möchten? Grundsätzlich sollte, wenn das erste Mal Sport getrieben oder nach längerer Pause wieder begonnen wird, eine sportmedizinische Untersuchung durchgeführt werden, um mögliche Kontraindikationen für Sport allgemein oder eine bestimmte Belastungsform zu entdecken. Die Ergometrie hilft zudem bei der individuellen Festlegung der Trainingsintensitäten im HIIT. »Dann sollte eine Beratung durch einen ausgebildeten Trainer erfolgen, um das Programm so zu begleiten, damit der Trainingsaufbau gelingt«, sagt Prof. Nieß. Auch die Sportart muss berücksichtigt werden. »Beim Joggen kann es leichter zu Überlastungsreaktionen des Bewegungsapparats kommen als beim Radfahren. Insgesamt gibt es aus den HIIT-Studien aber keine Hinweise auf eine höhere Verletzungsrate«, betont der Sportmediziner.

■ Hutterer C

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Quellen:

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  2. Birat A, Bourdier P, Piponnier E, Blazevich AJ, Maciejewski H, Duché P, Ratel S. Metabolic and Fatigue Profiles Are Comparable Between Prepubertal Children and Well-Trained Adult Endurance Athletes. Front Physiol. 2018; 9: 387. doi:10.3389/fphys.2018.00387

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